18. November 2017

Pfarrer verteidigt Kritik an kirchlicher Zusammenarbeit mit Linksextremisten

Quelle: jungefreiheit.de

Kreuz: Pfarrer Frank-Georg Gozdek lehnt einen Widerruf ab Foto: Karin Jung/pixelio.de

Kreuz: Pfarrer Frank-Georg Gozdek lehnt einen Widerruf ab Foto: Karin Jung/pixelio.de

BRAUNSCHWEIG. Im Streit um die kirchliche Zusammenarbeit mit Linksextremisten hat der Braunschweiger Pfarrer Frank-Georg Gozdek seine Kritik an der evangelischen Kirche verteidigt. „Ich habe nichts, aber auch gar nichts zurückzunehmen“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT.

Ausdrücklich wies er den Vorwurf des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber, zurück, er habe den Eindruck erweckt, es könne eine kirchliche Legitimation für Rechtsextremismus geben.

„Ich habe mich mehrfach deutlich gegen jede Form des Rechtsextremismus ausgesprochen. Ich fungiere als Brandmelder und werde wie ein Brandstifter behandelt.“ Gleichzeitig beklagte er, von niemandem aus der Landeskirche kontaktiert worden zu sein. Statt dessen erfahre er alle Neuigkeiten nur aus der Presse.

„Antifaschisten” schüchterten Frauen und Kinder ein

Hintergrund der Diskussion ist ein Artikel des Pfarrers im Brüdernrundbrief, in dem er den Kirchen vorwarf mit Linksextremisten zusammenzuarbeiten. In letzter Zeit habe sich eine „Volksfront gebildet, an der Genosse Stalin und Ernst Thälmann ihre Freude gehabt hätten“. Mitten drin seien dabei die Kirchen, bei der die Fäden zusammenliefen, kritisierte Gozdek.

Die Kirche müsse zwar ihr „Wächteramt gegenüber dem rechtsextremen Ungeist wahrnehmen“, dürfe dabei aber nicht mit „Parteien wie der LINKEN, der DKP, sogenannten ‘Antifaschisten’ und anderen linken Gruppen“ zusammenarbeiten, die Christenverfolgungen in der islamischen Welt verharmlosten und militant gegen die Lebensrechtbewegung vorgingen, warnte der Theologe.

Er erinnerte auch an die massive Verfolgung, die Christen in der DDR und anderen kommunistischen Ländern erdulden mußten. Was „Antifaschismus“ dieser Art bedeute, habe er im vergangenen Jahr beim „Marsch für das Leben“ in Berlin am eigenen Leibe erlebt, als „maskierte Feiglinge unter der schwarz-roten Fahne Christen mit Faschisten gleichsetzten und sich nicht scheuten, selbst Frauen und Kinder einzuschüchtern.“ (ho)