22. November 2017

Nach Bombendrohung: Gottesdienstsaal als Notquartier

Quelle: idea.de

Bad Kreuznach: Freikirchliche Gemeinde gewährte Schaustellern Obdach.

Bad Kreuznach: Freikirchliche Gemeinde gewährte Schaustellern Obdach.

Bad Kreuznach (idea) – Nach einer Bombendrohung gegen den Jahrmarkt im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach wurde eine freikirchliche Gemeinde zum Notquartier. Ein Unbekannter hatte am 20. August in türkischer Sprache bei der Polizei angerufen und gedroht, zwischen 21 und 21.30 Uhr einen Sprengsatz auf dem Festgelände zu zünden.

Daraufhin entschied der Leitende Polizeidirektor im rheinland-pfälzischen Innenministerium, das Areal zu räumen. Über 25.000 Besucher mussten das Gelände verlassen. Unter ihnen waren auch rund 40 Schausteller, die für mehrere Stunden „Asyl“ im Gottesdienstsaal der pfingstkirchlichen „Brothaus“-Gemeinde fanden. Sie stellt ihre Räume in Katastrophenfällen zur Verfügung. Rettungskräfte versorgten die Schausteller mit Essen und Getränken. Nachdem Polizei-Spürhunde das Jahrmarktgelände nach Sprengstoff abgesucht und nichts gefunden hatten, konnten die Schausteller um vier Uhr morgens wieder in ihre Wohnwagen. Der größte Jahrmarkt in Rheinland-Pfalz wurde am 21. August fortgesetzt. Der Chef der Rettungsleitstelle, Wilfried Diepers, zeigte sich nach dem Einsatz erleichtert: „Wir haben Gott viel zu danken.“ Diepers ist Mitglied der Brothaus-Gemeinde, die rund 120 Mitglieder hat und zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört. Die Schausteller erlitten einen finanziellen Schaden in Millionenhöhe, da der Samstag beim Jahrmarkt zu den umsatzstärksten Tagen zählt.