18. November 2017

Lebensrechtler gehen in Berlin auf die Straße

Quelle: idea.de

„Marsch für das Leben“ am 17. September – Prominente Unterstützung. Foto: idea/kairospress

„Marsch für das Leben“ am 17. September – Prominente Unterstützung. Foto: idea/kairospress

Berlin (idea) – „Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie!“ Unter diesem Motto steht der diesjährige Marsch für das Leben am 17. September in Berlin. Veranstalter ist der Bundesverband Lebensrecht (Berlin), dem 15 Organisationen angehören.

Die Lebensrechtler rufen mit dem Marsch Politik und Gesellschaft auf, „das schreiende Unrecht der Abtreibung zu beenden“. Gefordert werden auch wirksamere Hilfen für Schwangere und Familien in Not. Die Teilnehmer werden Transparente mit Fotos von Kindern und weiße Kreuze mit sich führen, die an die etwa 1.000 Abtreibungen pro Werktag in Deutschland erinnern sollen. Der Marsch beginnt mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt und endet mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale. Hinter die Demonstration haben sich die Junge Union und die Senioren Union der CDU gestellt. In einem Grußwort der beiden Organisationen heißt es: „Die Unantastbarkeit der menschlichen Würde als das universalste Menschenrecht gilt für alle – insbesondere aber für noch nicht geborene Kinder.“ Beide Organisationen sprechen sich gegen Abtreibung, Stammzellforschung und aktive Sterbehilfe aus. Sie begrüßen, dass sich der Bundesverband Lebensrecht „aktiv für den Lebensschutz einsetzt und dazu ermahnt, ethische Grenzen einzuhalten“. Zu den Unterstützern gehört auch die Deutsche Evangelische Allianz.

Philip Prinz von Preußen ruft zur Teilnahme auf

Zur Teilnahme an dem Marsch ruft ferner ein Ururenkel des letzten deutschen Kaisers, der Theologe und Pädagoge Philip Kiril Prinz von Preußen (Oranienburg bei Berlin), auf. Er sieht einen Zusammenhang zwischen Abtreibung und der geringen Geburtenrate. Mit 8,3 Geburten auf 1.000 Einwohner war Deutschland im vergangenen Jahr das Schlusslicht unter den 27 Staaten der Europäischen Union. Damit schrumpft auch die Bevölkerungszahl. Dazu erklärte der Prinz von Preußen gegenüber idea: „Alle Welt starrt wie gebannt auf den möglichen Euro- und neuen Börsen-Crash. Doch ein anderer ist längst im Gange: der demografische Crash.“ Die Sozialsysteme gerieten aus den Fugen. Überall fehlten Auszubildende und Fachkräfte. Die Kauf- und Innovationskraft sinke. Nach den Worten des Theologen wird der „demografische Super-GAU durch die etwa 250.000 bis 300.000 Abtreibungen jährlich (inklusive Dunkelziffer) forciert“. Er bedauert, dass die meisten Christen dies gleichgültig hinnähmen.

1.800 Teilnehmer im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr hatten rund 1.800 Personen am Marsch für das Leben in Berlin teilgenommen. Am gleichen Tag hatten etwa 70.000 Menschen in der Bundeshauptstadt gegen die Nutzung der Atomkraft protestiert. Der Prinz von Preußen hält diese Diskrepanz für grotesk: „Durch Kernkraftunglücke ist in Deutschland noch niemand gestorben. Durch Abtreibung sind in 40 Jahren acht Millionen Kinder umgebracht worden.“ Der Marsch für das Leben im vergangenen musste von einem Großaufgebot der Polizei geschützt werden. Feministische und linksradikale Gegendemonstranten störten mit Trillerpfeifen und Sprechchören. Außerdem warfen sie 44 Kreuze in die Spree.