18. November 2017

Führender Pietist warnt vor Solo-Christsein

Quelle: idea.de

Theo Schneider: Jeder Christ gehört in die Gemeinschaft begnadigter Sünder. Foto: idea/kairospress

Theo Schneider: Jeder Christ gehört in die Gemeinschaft begnadigter Sünder. Foto: idea/kairospress

Bad Blankenburg (idea) – Christsein kann man nur in Gemeinschaft leben und ist insofern ein „Mannschaftssport“. Diese Ansicht vertrat der Generalsekretär des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Theo Schneider (Kassel), am 4. August bei der Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg.

„Kirche oder Gemeinschaften sind kein notwendiges Übel, sondern gehören lebensnotwendig zum Weg mit Gott“, sagte er in einer Bibelarbeit zum Thema „Hoffnung leben – weil ihr zusammen gehört“. Christen, die sich aus der Gemeinschaft herausnähmen und versuchten, ihr Christsein für sich zu leben, seien geistlich gesehen „lebensbedrohlich krank“. Jeder Christ gehöre in die Gemeinschaft der begnadigten Sünder. Ebenso wichtig sollte für Christen die Lektüre der Bibel sein. Ohne das Wort Gottes könne es kein Christsein geben, so Schneider. Deswegen müssten Christen nicht ständig mit der Bibel unter dem Arm herumlaufen oder sich Predigt-CDs anhören: „Aber wo die Bibel auf Dauer geschlossen bleibt, wird’s gefährlich.“

Um „heiligen Lebenswandel“ bemühen

Pfarrerin Astrid Eichler (Berlin), sagte, Christen sollten sich um einen „heiligen Lebenswandel“ bemühen. Dabei bedeute „heilig“ nicht, perfekt zu sein, sondern zu Gott zu gehören und auf seine Gnade für das eigene Leben zu vertrauen. „Das Leben für Christen ist manchmal vielleicht so anstrengend, weil wir denken, heilig sei gleichbedeutend mit perfekt und makellos“, sagte Eichler. Sie ist Bundesreferentin des Vereins „Es muss was Anderes geben“ (EmwAg), der Lebensperspektiven für Ledige in Kirchen aufzeigen möchte. Der Präsident der russischen Baptisten-Union, Alexey Smirnov (Moskau), grüßte die Konferenzteilnehmer von den knapp eine Million evangelischen Christen in Russland. Er bezeichnete die Allianzkonferenz als „großartige Chance, Gott gemeinsam loben zu können“. Die Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz steht in diesem Jahr unter dem Thema „Hoffnung leben“. Bis zum 7. August werden rund 2.500 Besucher erwartet.