19. November 2017

Europa steckt in einer geistlichen Krise

Quelle: idea.de

Foto: idea/kairospress

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Bad Blankenburg (idea) – Europa steckt nicht allein in einer finanziellen und wirtschaftlichen Krise, sondern vor allem in einer geistlichen. Das sagte der Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA), Niek M. Tramper (Driebergen/Niederlande), am 3. August bei der Eröffnung der 116. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg (Thüringen).

Zu der fünftägigen jährlichen Glaubens- und Bibelkonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz werden rund 2.500 Besucher erwartet. Wie Tramper sagte, hätten die Väter der Evangelischen Allianz vor mehr als 100 Jahren die Vision gehabt, Menschen aus verschiedenen Ländern und Kirchen zusammenzubringen, um gemeinsam Gott zu loben. Europa habe damals eine Erweckung benötigt: „Und wir können wohl sagen: Europa braucht auch heute wieder eine Erweckung.“ Er habe die Hoffnung, so Tramper, dass die Früchte der Allianzkonferenz weit über die Grenzen Bad Blankenburgs hinaus reichen. Tramper, der seit September 2010 amtiert, dankte der Deutschen Allianz für alle Unterstützung innerhalb der EEA, die rund 16 Millionen Evangelikale in 36 nationalen Vereinigungen repräsentiert.

Gegenwart leidet am Verlust der Ewigkeitshoffnung

Wie der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), in seiner Predigt sagte, leide die Gegenwart „am Verlust der Ewigkeitshoffnung“. Wer diese Hoffnung nicht habe, sei arm dran: „Der muss natürlich alles aus dieser Welt herausquetschen.“ Wer seine Hoffnung hingegen auf die Ewigkeit bei Gott setze, sei frei vom Zwang, seinem Glück nachzujagen: „Der muss nicht mehr an seiner Selbstentfaltung arbeiten und schon gar nicht an seiner Selbstbeweihräucherung. Der weiß: Das Schönste kommt noch. Und mir gehört es schon. Ich habe Jesus. Ich habe die lebendige Hoffnung auf die ewige Gemeinschaft mit ihm.“ Das sei mehr als alle Karrieren dieser Welt zusammen.

Bürgermeister: Allianzkonferenz gehört zu Bad Blankenburg

Bad Blankenburgs Bürgermeister Frank Persike (Die Linke) grüßte die Konferenzteilnehmer. Er freue sich, dass dafür jedes Jahr so viele Menschen in die 7.000 Einwohner zählende Kleinstadt kämen: „Wir gehören zusammen: Die Allianzkonferenz gehört zu Bad Blankenburg.“ Die zahlreichen internationalen Gäste verliehen nicht nur der Konferenz Internationalität, sondern der gesamten Stadt. Der Pfarrer der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde, Andreas Kämpf, würdigte die Allianzkonferenz als Veranstaltung, die die Gemeinschaft der Christen untereinander stärke und Hoffnung schenke. Der Thüringer Landtagsabgeordnete Gerhard Günther (CDU) sagte, für ihn sei die christliche Gemeinde eine Quelle der Kraft. Er ermahnte Christen, immer wieder innezuhalten und sich bewusst machen, wofür sie dankbar sein könnten. Das schenke Zufriedenheit und bewahre davor, jeden Trend mitmachen zu müssen.

Wechsel an der Spitze des Allianzhauses

Die Allianzkonferenz steht in diesem Jahr unter dem Thema „Hoffnung leben“. Internationale Gäste kommen aus Kasachstan, Kirgisien, der Ukraine, Weißrussland und Russland; darunter ist der Präsident der dortigen Baptisten-Union, Alexey Smirnov (Moskau). Im Gottesdienst am 7. August wird Thomas Günzel aus Leipzig in sein neues Amt als Direktor des Bad Blankenburger Allianzhauses eingeführt. Er löst Reinhard Holmer ab, der nach 18 Jahren eine neue Aufgabe als Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Neuvandsburg in Elbingerode (Sachsen-Anhalt) übernimmt. An der Spitze der Allianz steht seit 2006 der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar). Der 60-Jährige gibt den Allianzvorsitz zum Jahresende ab. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.