19. November 2017

Eritrea: Christenverfolgung lässt nicht nach

Quelle: idea.de

Asmara (idea) – Die staatliche Verfolgung von Christen in Eritrea lässt nicht nach. Schätzungsweise 2.200 Personen sind aufgrund ihres Glaubens in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter teilweise unmenschlichen Bedingungen eingesperrt.

Zwei junge Christinnen sind jetzt nach mehr als zweijähriger Haft in einem Militärlager gestorben. Hiwet Tesfu (23) und Zemame Mehari (27) wurden nach Angaben des US-Direktors der Hilfsorganisation Open Doors, Carl Moeller (Santa Ana/Kalifornien), wiederholt gefoltert. Die Frauen seien im April 2009 inhaftiert worden, weil sie an einer Gebetsversammlung im Ort Dekemhare teilgenommen hatten. Von Massenverhaftungen im vergangenen Vierteljahr berichtet der kanadische Zweig der Hilfsaktion Märtyrerkirche. 90 Christen seien seit Mai festgenommen und nur sechs wieder freigelassen worden. Die übrigen befänden sich in Militärlagern oder im Polizeigewahrsam. Das Ein-Parteien-Regime von Staatspräsident Issayas Afewerki verfolgt viele Christen als Staatsfeinde, vor allem Evangelikale und Katholiken. Seit 2002 sind nur die orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Lutheraner und der sunnitische Islam anerkannt. Das Regime verfügt Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen. Von den rund fünf Millionen Einwohnern des nordostafrikanischen Landes sind 44 Prozent Christen und 47 Prozent Muslime; der Rest gehört Naturreligionen an.