18. November 2017

Afghanistan: Mordanschlag kann Christen nicht stoppen

Quelle: idea.de

Der Geschäftsführer der Hilfsorganisation IAM, Dirk R. Frans. Foto: PR

Der Geschäftsführer der Hilfsorganisation IAM, Dirk R. Frans. Foto: PR

Kabul (idea) – In Afghanistan hat die Ermordung von zehn Mitarbeitern des christlichen Hilfswerks International Assistance Mission (IAM) vor gut einem Jahr die humanitäre Arbeit nicht stoppen können. Im Gegenteil: Die Entschlossenheit vieler Mitarbeiter, dem afghanischen Volk zu helfen, sei gewachsen.

Das schreibt der Geschäftsführer der Hilfsorganisation, Dirk R. Frans (Kabul), die seit 45 Jahren mit staatlicher Genehmigung in dem Land am Hindukusch mit humanitären Hilfsprogrammen aktiv ist. Am 5. August 2010 war ein Team unter Leitung des US-amerikanischen Augenarztes Tom Little bei der Rückkehr von einem medizinischen Einsatz in der Provinz Badakstan erschossen worden. Sie hatten im Parun-Tal vor allem Mütter und Kinder untersucht und behandelt. Zu den Opfern gehörte auch die 35-jährige sächsische Dolmetscherin Daniela Beyer. Die Täter sind bis heute nicht ermittelt. Anfangs hatte ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban die Verantwortung übernommen. Little war am 15. Februar posthum von US-Präsident Barack Obama mit dem höchsten zivilen Orden der USA, der Freiheitsmedaille, ausgezeichnet worden.

Zahl der Bewerber für Dienst in Afghanistan wächst

Laut Frans haben sich die afghanischen Mitarbeiter des augenmedizinischen Dienstes und anderer Projekte nach einer Zeit des Schocks verpflichtet gefühlt, die Arbeit der Ermordeten weiterzuführen. Man sei afghanischen Staatsorganen wie der Polizei, der Armee, den Geheimdienstes und dem Gesundheitsministerium dankbar; sie hätten alles getan, was in ihrer Macht stand. Dank gebühre auch jenen Afghanen, die öffentlich um die Todesopfer getrauert hätten wie etwa der frühere Außenminister Abdullah Abdullah. Frans ist auch dankbar für die Partnerorganisationen, die IAM weiterhin ausländische Mitarbeiter vermitteln. Die Zahl der Bewerber sei höher als im Vorjahr. Vor allem gelte es, Gott zu danken, der auch im „finsteren Tal“ besonders mit den Angehörigen der Getöteten gewesen sei.