20. September 2017

Proteste gegen umstrittene Werbekampagne erfolgreich

Quelle: idea.de

Konzern stoppt Plakate mit dem Slogan „Kauf ein, wenn Mutti in die Kirche geht“. Foto: PR

Konzern stoppt Plakate mit dem Slogan „Kauf ein, wenn Mutti in die Kirche geht“. Foto: PR

Hamburg/Bremen (idea) – Nach heftigen Protesten von Christen hat der Edeka-Konzern (Hamburg) eine umstrittene Werbekampagne zurückgezogen.

Mit dem Slogan „Kauf ein, wenn Mutti in die Kirche geht“ wurde für den sonntäglichen Einkauf in den zu Edeka gehörenden Spar-Märkten in Tankstellen des Mineralölkonzerns Shell im Raum Bremen geworben. Die Kampagne lief seit zwei Wochen. Die Plakate zeigen im Hintergrund eine Frau im schwarzen Kleid, die sich auf einen Gehstock stützt und gebeugt auf eine Kirche zugeht. Im Vordergrund ist ein mit Lebensmitteln gefüllter Einkaufskorb zu sehen.

Christen fordern zum Boykott von Shell und Spar-Märkten auf

Als Reaktion darauf haben Christen unter dem Motto „Shell? Das SPAR ich mir“ im Internet zum Boykott der Tankstellen aufgefordert. Ein Aufruf der Internetplattform „Pro Catholika“ richtet sich an „alle Männer und Frauen, die sonntags zur Kirche gehen und deshalb nicht als ‚Mutti’ bezeichnet werden wollen“ sowie an „Mütter, die nicht wie Hänsel und Gretels Hexe aussehen und echt beleidigt sind über diese Gleichsetzung“. Pro Catholika: „In dieser Gruppe sammeln sich alle, die sich was Besseres vorstellen können, als ihren Sonntag bei Spar an der Tanke zu verbringen.“ Ein Sprecher des Edeka-Konzerns teilte am 1. Juli auf idea-Anfrage mit, dass man aufgrund vieler Proteste von Christen aus Bremen und anderen Regionen reagiert habe: Der Konzern nehme die Kritik an der Anzeigen-Kampagne sehr ernst und entschuldige sich. Deshalb habe man die Kampagne gestoppt und werde die Plakate kurzfristig wieder abnehmen. Es sei keineswegs die Absicht von Spar und Shell gewesen, die Gefühle einzelner Menschen – insbesondere gläubiger Christen und Mütter – zu verletzen.