13. Dezember 2017

Nordkorea: Leiden im Arbeitslager

Quelle: opendoors-de.org

Stacheldrahtzaun um nordkoreanisches Arbeitslager - Quelle: opendoors-de.org

Stacheldrahtzaun um nordkoreanisches Arbeitslager - Quelle: opendoors-de.org

70 000 Christen in Straflagern gefangen

(Open Doors) – In Nordkorea leben allgemein alle Christen mit ihren Familien und besonders Leiter von Untergrundgemeinden unter großem Verfolgungsdruck. Immer könnte ihr Glaube entdeckt werden. Dann gelten sie als Staatsfeinde und kommen ins Arbeitslager. Spione des diktatorischen Regimes halten beständig Ausschau nach Gruppen im Untergrund. Open Doors schätzt die Zahl der Christen auf nahezu 400.000. Seit der Verhaftung des US-Amerikaners koreanischer Abstammung Jun Young-su im vorigen November sind noch weitere Christen festgenommen worden. Von vielen ist unklar, ob sie noch leben. Jun durfte im Mai dieses Jahres Nordkorea verlassen.

Nach Informationen von Open Doors sind in Nordkorea derzeit 50.000 bis 70.000 Christen in Arbeitslagern gefangen. Insgesamt sollen etwa 200.000 Menschen in Lagerhaft sein. Der ehemalige Häftling Jeong Kyoungil berichtete Amnesty International von menschenunwürdiger Behandlung im Straflager: „Festgenommen wurde ich wegen Spionage. Ich konnte die Schmerzen durch die Misshandlungen nicht mehr ertragen, also gestand ich alles, was sie mir vorwarfen. Tagelang wurde ich an der Decke aufgehängt. Ich konnte nicht schlafen. Meine Brust schmerzte. Andere Mitgefangene hatten den ‚geliebten Führer‘ Kim Jong Il kritisiert oder Kontakt zu Menschen in Südkorea gesucht. Wegen dieser Vergehen saßen sie ein. Doch es gab auch Menschen, die waren gefangen, weil eine Bibel bei ihnen gefunden wurde. Wenn ein Familienmitglied verhaftet wurde, kam die gesamte Familie ins Lager. Denn sie gelten als kontaminiert (verunreinigt).“ (Symbolfoto Stacheldraht/Open Doors)

Zwangsarbeit jeden Tag

Jeong Kyoungil berichtete weiter, dass es für Gefangene eine extra Schüssel Essen gab, wenn ein Mithäftling gestorben war und sie ihn begraben mussten. Es gäbe keine Privatsphäre im Lager. Die Gefangenen würden in Dreiergruppen eingeteilt. Sie müssten immer zusammenbleiben. Verstößt einer in der Gruppe gegen die Regeln oder versucht zu fliehen, würden dafür auch die anderen mit Einzelhaft bestraft. Sogar auf die Toilette dürften sie nur gemeinsam gehen. Die Gefangenen würden sieben Tage die Woche bis zur Erschöpfung arbeiten. Bäume fällen, auf dem Feld oder in Goldminen arbeiten. Nach der Arbeit gab es, so Jeong, Unterricht zur ideologischen Wiedereingliederung.

Verleugnet

Open Doors-Mitarbeiter trafen in China auf die Christin Choi. Sie erzählte: „Um die Familie vor dem Straflager zu schützen, hat sich mein Vater von mir losgesagt. Er ließ meinen Namen aus dem Familienregister streichen. Damit demonstrierte er seine Loyalität gegenüber dem Regime.“ Choi blieb nur die Flucht nach China. Denn ihre Identität als Christin war nun bekannt.

Gebetsanliegen:

+ Beten Sie für Schutz und Versorgung für die Gefangenen in den Straflagern.
+ Beten Sie für die Christen, dass sie innere Kraft durch ihren Glauben erhalten.
+ Beten Sie für die nordkoreanischen Flüchtlinge in China, darunter überwiegend Frauen. Sie lassen ihre Kinder in Nordkorea zurück, um im Nachbarland Geld zu verdienen, mit dem sie die Familie daheim durchbringen.
+ Beten Sie für unsere Hilfsdienste in Nordkorea. Neben humanitärer Hilfe wie Lebensmittel und Medikamente werden Untergrundgemeinden mit Literatur und Schulungen versorgt.

Unterstützen Sie Christen in Nordkorea als Teil der Gebetskampagne „Bete für Nordkorea“. Informationen und ein kostenloses Sonderheft HIER