14. Dezember 2017

Kirche in Sachsen kritisiert Kritik am Kirchentag

(TS) Ein Beitrag mit der Überschrift „WISSEN SIE, WAS SIE TUN?“ im Rundbrief „Info-Evangelisationsteam 3/2011“ der Evangelikalen Stiftung GmbH (Chemnitz) hat innerhalb der Sächsischen Landeskirche heftige Kritik ausgelöst.

Der Leiter des Evangelisationsteams, Lutz Scheufler (Schwaben), hatte in einem Brief an den Apostel Paulus sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass Paulus beim Kirchentag in Dresden „nicht auftreten“ durfte. In der Zeitung habe er davon gelesen, dass messianische Juden nicht erwünscht waren.

In dem als Glosse formulierten Beitrag bringt Scheufler die Entscheidung der „Kirchentag-Funktionäre“, einen Informationsstand messianischer Juden zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) nicht zuzulassen, mit dem Verhalten der Kirche im Dritten Reich in Verbindung. Er schreibt (an Paulus): „Ich hatte immer gehofft, dass das Gedankengut der braunen Sauerei in Deutschland irgendwann aussterben würde. Unter `Adolf dem Verrückten` hatte die Kirche ja schon mal die getauften Juden raus geworfen!“

Das redaktionelle Geleitwort von Lutz Scheufler habe, so der sächsische Landesjugendpfarrer Tobias Bilz in der Juli-„Rundmail“ des Landesjugendpfarramtes, in der Landeskirche „für Erschrecken und entschiedenen Widerspruch“ gesorgt. Auslöser für die Kritik der Kirche sei nicht Scheuflers Kritik an sich, sondern „die von ihm konstruierte Nähe der Kirchentagsentscheidung zur Naziideologie des Dritten Reiches.“ Das Landesjugendpfarramt distanziere sich entschieden „von Stil und Zielrichtung“ des Beitrages.

Zum Abschlussgottesdienst des DEKT in Dresden wurde die Kollekte für eine „Koordinierungsstelle gegen Rechts“ gesammelt. Dazu schreibt Scheufler (an Paulus) im Blick auf die ausgeladenen messianischen Juden: „Na prima, da kann ja diese Koordinierungsstelle gleich mal den Kirchentag unter die Lupe nehmen.“

Keine Kritik hingegen übt das sächsische Landesjugendpfarramt an den Ausführungen Scheuflers, wonach Paulus die meisten Referenten zum DEKT „intellektuell in die Tasche gesteckt“ hätte, dass der DEKT vermeiden wollte, in Predigten „andauernd von Jesus, vom Kreuz, vielleicht gar noch von Himmel und Hölle“ zu hören oder dass messianische Juden „in die grell-bunte Palette der angebotenen Lebensstile […] gleich neben dem `Zentrum Homosexuelle und Kirche`“ ohnehin nicht hineingepasst hätten.