13. Dezember 2017

Christlicher Unternehmer kritisiert Atomausstieg

Quelle: idea.de

Foto: Pixelio/Peter von Bechen

Foto: Pixelio/Peter von Bechen

Wuppertal (idea) – Kritik am „überstürzten deutschen Ausstieg“ aus der Atomkraft hat der christliche Unternehmer und Energieexperte Prof. Wolfgang Leisenberg (Gießen) geübt. In der Zeitschrift „Faktor C“ des Verbandes „Christen in der Wirtschaft“ (Wuppertal) vertritt der promovierte Ingenieur die Ansicht, dass die Entscheidung, die „derzeit sichersten Atomkraftwerke der Welt“ abzuschalten, das Ergebnis einer „angstgetriebenen irrationalen Energiepolitik“ sei.

Die Umstände des Unfalls in Japan seien keineswegs mit der Situation in Deutschland vergleichbar. Aufgrund der journalistischen Gewichtung der in Deutschland verfassten Berichte über die Katastrophe in Japan entstehe der Eindruck, dass die über 15.000 Toten eher dem Reaktorunfall zuzuschreiben seien als dem Tsunami. Leisenberg: „Wenn man vorsichtig darauf hinweist, dass der Reaktorunfall in Fukushima bisher nur ein einziges Opfer mit unklarer Todesursache gefordert hat und das Krebsrisiko der dort beschäftigten Arbeiter lediglich von 25 auf 27 Prozent gestiegen ist, klingt das in deutschen Ohren schon fast zynisch.“

Ökosozialismus hat die Meinungsführerschaft

Die durch Atomkraft verursachten Probleme würden „völlig verzerrt“ dargestellt. Leisenberg führt aus, dass neomarxistische Vordenker seit Beginn der 70er Jahre eine „Kultur der Angst vor der Technik“ befördert hätten. Fukushima habe dem von ihnen inspirierten Ökosozialismus zur „unumstrittenen politischen und medialen Meinungsführerschaft“ verholfen. Leisenberg: „Ja, es gibt Risiken, und es ist sehr bedauerlich, dass Menschen durch das Unglück von Fukushima zu Schaden gekommen sind. Doch wie viele Menschen kommen durch andere Techniken zu Tode? Schaffen wir die Kohlekraftwerke ab, weil jährlich weltweit tausende Arbeiter bei Unfällen in den Minen zu Tode kommen?“ Dem deutschen Ausstieg aus der Atomenergie werde wohl kein anderes Land folgen. Sie werde auch in Zukunft „einen wichtigen Beitrag zu einer kohlendioxidfreien kostengünstigen Energieversorgung“ leisten. Die Herausforderung, die Technik sicherer und menschenfreundlicher zu machen, stelle sich keineswegs nur bei der Atomkraft. Leisenberg (69) war von 2001 bis 2006 Dekan an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Als Unternehmer hat er 2008 den „Hessischen Innovationspreis“ erhalten.