14. Dezember 2017

Warum hassen die Europäer ihre eigene Kultur?

Quelle: kath.net

Ex-EU-Kommissar Frits Bolkestein - Foto: kath.net

Ex-EU-Kommissar Frits Bolkestein - Foto: kath.net

Ex-EU-Kommissar Frits Bolkestein: „Multi-Kulti“ ist eine Folge christlicher Selbstgeißelung

New York (kath.net/idea) Europa hat den Glauben an die eigene christlich geprägte Zivilisation verloren. Das ist der Hauptgrund für eine Multi-Kulti-Politik, die inzwischen von Staatslenkern wie Angela Merkel, Nicolas Sarkozy (Frankreich) und David Cameron (Großbritannien) als gescheitert angesehen wird. Wie der niederländische liberale Politiker und frühere EU-Kommissar Frits Bolkestein in der Zeitung Wall Street Journal (New York) weiter schreibt, sei die europäische Kultur tief vom Christentum geprägt.

Aber der „Selbsthass“ der Europäer führe dazu, dass sie nicht mehr für die eigene Kultur einträten, so der 78-Jährige. Das habe geistliche Ursachen.

Das Christentum sei eine „Schuld-Kultur“. Früher sei jedoch die Lehre von Sündenbekenntnis und Vergebung noch lebendig gewesen. Heute sei das nicht mehr der Fall, und daher arte die Tugend der Selbstprüfung und Selbstkritik oft in Selbstgeißelung aus.

So akzeptierten viele Europäer bereitwillig die These, dass die Unterentwicklung Afrikas allein Folge des Kolonialismus sei. Die heutige Verfolgung christlicher Minderheiten in Ländern wie Syrien, Irak, Pakistan und Somalia mache kaum Schlagzeilen.

Als Folge fühlten sich die dortigen Christen verlassen. In Westeuropa nähmen Christen aus Rücksicht auf andere Religionen Abschied von ihren eigenen Traditionen. So habe die Stadtverwaltung von Oxford (England) beschlossen, Weihnachten durch ein „Winter-Lichtfest“ zu ersetzen.

Gaddafi im UN-Menschenrechtsrat

Die Auswirkungen des europäischen Selbsthasses seien rund um den Globus zu spüren. Andere Kulturen setzten ihn gegen Europa ein. So habe es eine „automatische Mehrheit“ in den Vereinten Nationen darauf abgesehen, Europa und Israel zu züchtigen. Der UN-Menschenrechtsrat habe den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi aufgenommen; dieser dürfe damit die Einhaltung der Bürgerrechte in anderen Staaten bewerten. Es sei gut, so Bolkestein, wenn jetzt einige wenige europäische Spitzenpolitiker versuchten, den „langsamen kulturellen Abstieg“ umzukehren: „Wenn Europa wieder auf seine klassischen Werte stolz sein kann, dann wird es dem Kontinent und der Welt besser gehen.“