14. Dezember 2017

Warum die Deutschen so wenige Kinder bekommen

Quelle: idea.de

Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com  / pixelio.de

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Hamburg (idea) – Warum bekommen die Deutschen so wenige Kinder? Die Geburtenrate pro Frau liegt bei 1,37 und ist damit eine der niedrigsten im internationalen Vergleich.

Das Institut für Zukunftsfragen (Hamburg) – eine Initiative des Zigarettenherstellers British American Tobacco – hat die Bundesbürger nach den Gründen repräsentativ befragt. Ergebnis: 60 Prozent sind der Meinung, dass der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit ausschlaggebend ist. Knapp dahinter wird die Sorge genannt, dass die finanziellen Lasten zu hoch würden (58 Prozent). Jeder zweite Befragte (51 Prozent) gibt als Grund an, dass den Deutschen die Karriere wichtiger sei als die Familiengründung. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Leiters der Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt, haben viele Deutsche „schlichtweg Angst vor der Familiengründung“. Sie befürchteten etwa, die eigene Autonomie zu verlieren, Karrierechancen zu verpassen oder auch, dass es zu einer Scheidung kommen könnte. Als Gründe für den Kindermangel werden auch genannt, dass staatliche und gesellschaftliche Voraussetzungen fehlten, die Zukunft der Kinder unsicher (jeweils 46 Prozent) und der passende Partner nicht vorhanden sei (39 Prozent). Zur Frage, wie man die Zahl der Geburten steigern kann, sollten nach Meinung der Bürger vor allem der Staat und die Wirtschaft in die Pflicht genommen werden. So sympathisieren fast zwei Drittel (64 Prozent) mit Firmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, etwa durch Teilzeitstellen. Dies könne zu einem entscheidenden Marktvorteil werden, so das Institut. Die Forderungen an den Staat konzentrieren sich der Umfrage zufolge vor allem auf finanzielle Entlastung. So wünschen sich 59 Prozent der Deutschen mehr kostenfreie Betreuungsangebote für Babys und Kleinkinder. Fast ebenso stark ist der Wunsch nach einer zusätzlichen staatlichen Förderung der Familie (55 Prozent).