22. September 2017

Libanon verbietet Lady Gagas Album: Unchristlich

Quelle: idea.de

Loblied auf alle sexuellen Neigungen erregt Anstoß im Nahen Osten. Foto: PR

Loblied auf alle sexuellen Neigungen erregt Anstoß im Nahen Osten. Foto: PR

Beirut (idea) – Die libanesische Regierung hat das neueste Album der US-Popsängerin Lady Gaga verboten und Tausende CDs beschlagnahmt. Begründung: Das Album „Born this Way“ (So geboren) sei unchristlich.

Zuvor hatte das Land bereits ihre Single „Judas“ verbannt, weil der Text für Christen anstößig sei. In Malaysia darf der Hit nicht im Radio gespielt werden. Der Titelsong des neuen Albums, das in 21 Ländern an der Spitze der Popcharts steht, ist ein Loblied auf alle sexuellen Ausrichtungen – ob hetero-, homo-, bi- oder transsexuell. Sie seien alle gleich, weil Menschen „so geboren“ seien. Auch konservative christliche Gruppen in den USA haben den Popsong kritisiert. Jeff Johnston (Colorado Springs/Bundesstaat Colorado), Experte für Homosexualität der Organisation „Focus on the Family“ (Brennpunkt Familie), bezeichnete den Text als „schlechte Theologie“. In dem Lied heißt es: „Es ist in Ordnung, dich zu lieben, so wie du bist, denn Er hat dich perfekt gemacht, Babe. Also Kopf hoch, Mädchen, und du wirst weit kommen; hör nur zu, wenn ich sage, ich bin auf meine Weise schön, denn Gott macht keine Fehler. Ich bin auf der richtigen Spur, Baby, denn ich bin so geboren.“

Lady Gaga schreibt Lied in zehn Minuten

Laut Johnston sind aber seit dem Sündenfall Adams und Evas alle Menschen sündig geboren. Wenn man glaube, dass der Mensch fehlerlos sei, dann gebe es auch keine Chance, ein „gefallenes“ Wesen zu bessern. Das sei eine bittere Nachricht für Christen, die unter ihren homosexuellen Neigungen leiden. „Als ich ein junger Erwachsener war, hätte mir die Botschaft dieses Popsongs jede Hoffnung genommen“, so Johnston. Er habe Entlastung in einer christlichen Gemeinde gefunden, wo ihm die Besucher mit Liebe begegneten und Gott ihm dazu verholfen habe, seine Hinwendung zu Männern zu überwinden. Chuck Colson, Gründer der christlichen Gefangenenhilfsorganisation Prison Fellowship, macht darauf aufmerksam, dass Lady Gaga das Lied in zehn Minuten geschrieben habe. Da dürfe man nicht viel Tiefgang erwarten. Am bekanntesten sei die 25-Jährige dadurch geworden, „dass sie viel Haut trägt und obszöne Gesten macht“.