11. Dezember 2017

Kauder: Immer weniger können mit dem „C“ etwas anfangen

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Foto: PR/Werner Schüring

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Foto: PR/Werner Schüring

Berlin (idea) – Mit einer Politik auf Grundlage des christlichen Menschenbildes können immer weniger Menschen etwas anfangen. Besonders Bürger in den neuen Bundesländern haben Schwierigkeiten mit dem „C“ der CDU/CSU.

Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende ihrer Bundestagsfraktion, Volker Kauder, auf einer Veranstaltung der Fraktion am 27. Juni in Berlin. Das Thema lautete „Das ‚C’ ist für uns Programm – Die Würde des Menschen schützen: Vom Anfang des Lebens bis zu seinem Ende“. Kauder zufolge ist die CDU keine klassisch-bürgerliche Partei, sondern bekenne sich zu ihren christlichen Grundlagen. Sie böten eine sichere Orientierung. Kauder bekräftigte seine Nein zur Präimplantationsdiagnostik (PID). Das Parlament will am 7. Juli entscheiden, ob Ärzte diese umstrittene Methode zur Früherkennung genetischer Unregelmäßigkeiten bei künstlich erzeugten Embryonen anwenden dürfen. Laut Kauder darf mit menschlichem Leben nicht experimentiert werden. Es müsse der Grundsatz gelten: „Im Zweifel für das Leben.“ Gegenwärtig stehe in der Gesellschaft häufig das Wohl der Erwachsenen im Mittelpunkt. Das Wohl des Kindes müsse jedoch Vorrang haben, so Kauder.

Altbischof Huber: Auch ein Embryo verdient Schutz

Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende, Altbischof Wolfgang Huber (Berlin), wandte sich ebenfalls gegen die PID. Auch ein Embryo in der Petrischale sei ein menschliches Leben, das Schutz verdiene. Huber: „Man darf nicht menschliches Leben herstellen zum Zweck seiner Verwerfung.“ Dem widersprach der Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der Moraltheologe Prof. Andreas Lob-Hüdepohl. Ihm zufolge erfordert die PID-Debatte eine „tragische Entscheidung“. Eine rigoristische Lösung, die die PID prinzipiell ablehnt, sei nicht moralisch. Nötig sei eine Abwägung, die nicht mit einem eindeutigem Ja oder Nein getroffen werden könne. Man müsse sich dem Dilemma stellen und dem Risiko eines Fehlurteils aussetzen.

Klöckner: Es darf keine Zeugung auf Probe geben

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (Berlin), lehnt die PID ab. Aufgabe eines Arztes sei es, Patienten gesund zu machen oder dessen Schmerzen zu lindern, nicht jedoch, Leben zu beenden. Die Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner (Mainz), warnte davor, Embryonen durch einen PID-„TÜV“ zu prüfen und auszusortieren. Es dürfe keine „Zeugung auf Probe“ geben. Auf ein gesundes Kind gebe es kein gesetzliches Recht, so Klöckner. PID sei für Eltern, die Angst vor möglichen Erbkrankheiten haben, nicht die geeignete Antwort. Vielmehr sei die Solidarität und Begleitung durch die Gesellschaft nötig.