11. Dezember 2017

Geburtenanstieg kein Grund zum Jubeln

Quelle: idea.de

Christdemokraten für das Leben: Leichtes Plus rein statistisch zu erklären. Foto: pixelio.de

Christdemokraten für das Leben: Leichtes Plus rein statistisch zu erklären. Foto: pixelio.de

Wiesbaden/Münster (idea) – Der leichte Anstieg der Geburtenzahlen im Jahr 2010 ist nach Ansicht der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) kein Grund zum Jubeln.

Immer noch würden in Deutschland zu wenige Kinder geboren und zu viele abgetrieben, teilte die Unionsinitiative mit Sitz in Münster am 17. Juni mit. Das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) hatte bekanntgegeben, dass im vorigen Jahr hierzulande 678.000 Kinder lebend geboren wurden. Gegenüber 2009 – dem Jahr mit der bisher niedrigsten Anzahl Geborener – bedeute dies eine Zunahme von 13.000 Kindern oder 1,9 Prozent. Dazu erklärte die Vorsitzende des CDL-Arbeitskreises Familie, Friederike Hoffmann, das Plus sei nicht auf eine erfolgreiche Familienpolitik zurückzuführen, sondern stehe in direktem Zusammenhang mit der Zahl der Geburten vor 30 Jahren. Bei einem Erstgeburtenalter von mittlerweile 30,2 Jahren seien 2010 viele Frauen des geburtenstarken Jahrgangs 1980 zum ersten Mal Mutter geworden. Damals wurden sechs Prozent mehr Kinder geboren als 1979.

Mut zum Kind machen

Jetzt zeigten sich zudem die Langzeitfolgen der Einführung der Indikationenregelung zur Abtreibung in den siebziger Jahren: Die Jahrgänge potenzieller Eltern würden infolge der hohen Abtreibungszahlen immer kleiner. Zudem entschieden sich heute viele Frauen und Männer gegen Kinder. In einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2005 habe jeder vierte Mann angegeben, keine Kinder haben zu wollen. Hoffmann: „Deswegen brauchen wir eine Familien- und Gesellschaftspolitik, die jungen Paaren Mut zum Kind macht und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder in den Mittelpunkt stellt.“ CDL ist eine Initiative in den Unionsparteien. Unter den 5.000 Mitgliedern sind zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.