23. September 2017

Freikirchen für Verbot der Präimplantationsdiagnostik

Quelle: idea.de

VEF-Präsident, Präses Ansgar Hörsting. Foto: PR

VEF-Präsident, Präses Ansgar Hörsting. Foto: PR

Witten (idea) – Für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat sich die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ausgesprochen. Die Dachorganisation von knapp 290.000 evangelischen Christen appelliert an die Bundestagsabgeordneten, bei der Abstimmung am 7. Juli mit Nein zu stimmen.

Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryonen auf genetische Unregelmäßigkeiten untersucht, bevor sie in den Mutterleib eingepflanzt werden. Embryonen, die Anzeichen für eine spätere Behinderung aufweisen, werden vernichtet. Nach Ansicht der evangelischen Freikirchen entsteht mit der Verschmelzung von Samen- und Eizelle ein „neues und eigenständiges menschliches Lebewesen“, das unbedingt zu schützen sei. Die PID führe dagegen zu einer gezielten Auswahl von lebenswerten Embryonen. Damit werde die grundsätzliche Unverfügbarkeit des Menschen aufgehoben. „Der Sinn des Seins wird durch die Zweckmäßigkeit des Seins ersetzt“, heißt es in dem Schreiben, das der VEF-Präsident, Präses Ansgar Hörsting (Witten), vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, verfasst hat. Zu der Vereinigung gehören zehn Mitglieds- und vier Gastkirchen. Von den Volkskirchen wird die PID unterschiedlich beurteilt. Während die katholische Kirche eine Zulassung geschlossen ablehnt, gibt es innerhalb der EKD unterschiedliche Positionen. In einer Mitte Februar veröffentlichten Erklärung sprach sich der Rat der EKD einmütig dafür aus, die PID gesetzlich zu verbieten. Gleichwohl halten einige Mitglieder eine Zulassung der Untersuchung in eng begrenzten Ausnahmefällen für ethisch vertretbar. Auch der Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), plädiert dafür, die PID unter strengen Bedingungen zu gestatten, etwa bei schweren Erbkrankheiten.