24. Oktober 2017

Kein Raum für die Kirchen im Main-Taunus-Zentrum

Quelle: idea.de

Gemeinsames Konzept mit Kommune und Touristik gescheitert.

Gemeinsames Konzept mit Kommune und Touristik gescheitert.

Sulzbach (idea) – Im Main-Taunus-Zentrum, einem Einkaufszentrum in Sulzbach vor den Toren Frankfurts am Main, wird es keinen kirchlichen Raum der Stille und damit auch kein ständiges Beratungsangebot der beiden großen Kirchen geben.

Sie wollten ursprünglich mit der kommunalen Gemeinde Sulzbach und dem Taunus-Touristik-Service (Bad Homburg) einen Laden als „Schaufenster der Region“ betreiben. Für das Projekt kam am 4. Mai in einem Planungsgespräch im Sulzbacher Rathaus das Aus. Bürgermeisterin Renate Wolf (SPD) verwies auf die hohen Personalkosten für 3,5 Stellen, die auf die nichtkirchlichen Anbieter zukommen würden. Die Kirchen hätten ihren Bereich des Projekts mit einer halben Planstelle sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern umsetzen können, erläuterte Pfarrer Hans A. Genthe von der Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Dekanats Kronberg gegenüber idea. Ein von den Kirchen allein betriebener Laden kam nicht infrage. Er passe nicht in ein Einkaufzentrum, erklärte Centermanager Matthias Borutta.

Initiative ging vom katholischen Bischof aus

Die Idee war 2005 bei einem Besuch des damaligen katholischen Limburger Bischofs Franz Kamphaus entstanden. Er hatte erklärt, dass die Kirche dort präsent sein, müsse wo die Menschen seien. Seit Anfang 2010 lag dem Centermanagement ein gemeinsames Konzept der Kirchen vor. In einem zurzeit errichteten Erweiterungsbau wollten sie einen 23 Quadratmeter großen Laden nutzen, um dort neben einem Raum der Stille auch ein Beratungsangebot zu unterhalten. Es sollte sich an Besucher und Mitarbeiter des Einkaufszentrums wenden. Nach dem Aus für dieses Vorhaben unterstrich der evangelische Dekan Eberhard Kühn (Kronberg) die Notwendigkeit, als Kirchen weiter mit Projekten in der Ladenstraße vertreten zu sein. Seit fünf Jahren organisieren sie dort in der Adventszeit die ökumenische Aktion „Himmlisch nah“. Dazu gehört unter anderem ein Bühnenprogramm, das auf den christlichen Hintergrund des Weihnachtsfests hinweist. Viele Jahre gab es im Kino des Einkaufszentrums auch jeden Monat für Kirchendistanzierte besondere „GoSpecial-Gottesdienste“ der evangelischen Andreasgemeinde Niederhöchstadt. Sie waren im Herbst 2010 aufgegeben worden.