19. Oktober 2017

Kampagne gegen Homophobie in Brasilien: Fast ein Schuss nach hinten

Foto: Kunstzirkus  / pixelio.de

Foto: Kunstzirkus / pixelio.de

(TS) Gerade noch rechtzeitig habe man in Brasilien eine Kampagne gegen „Homophobie“ an Schulen verhindert. Konservative Abgeordnete forderten die Präsidentin Dilma Rousseff, Mitglied der Arbeiterpartei Partido dos Trabalhadores (PT) auf, die landesweite Aktion zu stoppen.

Eigentlich sollte das vom brasilianischen Gesundheits- und Bildungsministerium entwickelte Bildungspaket „Anti-Homophobie-Kit“ mit Plakaten, Videos und Handzettel Hass gegen Homosexuelle eindämmen. Die Werbeträger selbst seien jedoch von einer Organisation produziert worden, die nicht der Regierung angehören. So würde in einem der Videos ein Junge zu Wort kommen, der lieber ein Mädchen sein will. Er habe sich nicht mehr in die Schule getraut, weil man ihn wegen seiner roten Fingernägel ausgelacht hätte.

Die ganze Kampagne: Fast ein Schuss nach hinten. Denn das Matarial habe, so der Abgeordnete Jair Bolsonaro, eindeutig darauf abgezielt, nicht „Homophobie“ zu bekämpfen, sondern vielmehr Kinder und Jugendliche für Homosexualität zu stimulieren.

Schwulen- und Lesbenverbände seien nun enttäuscht, dass ihr Konzept nicht aufgegangen sei. Das Land könne sich nicht, wie es Julio Moreira von der Gruppe „Arco-Íris formuliert haben soll, „nicht nur dem Willen eines Bereiches, dem konservativsten, unterwerfen.“ Der sozialistische Abgeordnete Jean Wyllys habe der Präsidentin „religiösen Fundamentalismus im Kongress“ vorgeworfen.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatte sich bereits im Wahlkampf gegen eine Legalisierung von Abtreibungen ausgesprochen und damit links-liberale Parteien und Gruppierungen verärgert.