17. Oktober 2017

Gott hat keine Freude am Tod Osama bin Ladens

Quelle: idea.de

US-Theologen: Er will nicht den Tod, sondern die Umkehr des Sünders. Foto: jpnfocus

US-Theologen: Er will nicht den Tod, sondern die Umkehr des Sünders. Foto: jpnfocus

Washington (idea) – Freut sich Gott über den Tod Osama bin Ladens? Mit dieser Frage beschäftigen sich evangelikale Theologen in den USA angesichts des dortigen Jubels über die Erschießung des Top-Terroristen.

In Deutschland wird derweil heftig darüber diskutiert, ob es richtig war, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Freude über die Tötung des Anführers des Terrornetzwerks El Kaida zum Ausdruck gebracht hat. Zwar sei der Gott der Bibel ein Gott der Gerechtigkeit und wolle nicht, dass der Terror triumphiere, schreiben der Chefredakteur des Magazins Charisma, J. Lee Grady (Lake Mary/Bundesstaat Florida), und der Baptistenpastor John Piper (Minneapolis/Bundesstaat Minnesota). Aber Gott sei auch kein Sadist. Piper: „Er ist nicht niederträchtig oder blutrünstig. Er erfreut sich nicht an Tod und Leiden.“ Gott wolle nicht den Tod des Sünders, sondern biete allen reuigen Menschen die Umkehr zu sich an. Piper und Grady zitieren ein Wort des alttestamentlichen Propheten Hesekiel (Kapitel 18, Vers 23): „Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?“

Ist Osama bin Laden in der Hölle?

Grady geht auch der Frage nach, ob sich Osama bin Laden jetzt in der Hölle befinde. Der Bibel zufolge gebe es nur eine Möglichkeit, dem Jüngsten Gericht und der ewigen Verlorenheit zu entfliehen – nämlich durch den Glauben an Jesus Christus. Menschen, die die Botschaft von Gottes Vergebung durch Christus nicht kennen – wie möglicherweise der Muslim bin Laden – würden nach Gottes Gesetz gerichtet, das in ihr Herz geschrieben sei. Er gehe davon aus, dass auch bin Laden gewusst habe, dass es böse sei, unschuldige Menschen umzubringen. Die Entscheidungen, die man in diesem Leben treffe, spielten eine Rolle für die Ewigkeit, so Grady. Insofern sei der Tod des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September 2001 einerseits ein „Sieg für die freie Welt und ein Signal, dass Gerechtigkeit obsiegt“. Andererseits sei er auch „eine ernüchternde Erinnerung daran, dass alle, die Christus nicht kennen, die Ewigkeit ohne ihn verbringen werden“.