23. Oktober 2017

Algerien: Aus für protestantische Gemeinden

Quelle: idea.de

Die algerische Provinz Kabylei. Foto: Wikipedia/Pymouss

Die algerische Provinz Kabylei. Foto: Wikipedia/Pymouss

Algier (idea) – Schwerer Schlag für Protestanten in Algerien: In dem muslimisch geprägten nordafrikanischen Land sollen alle staatlich nicht genehmigten Kirchengebäude geschlossen werden.

Das habe die Polizei am 22. Mai der Protestantischen Kirche Algeriens angekündigt, teilt das christliche Hilfswerk Barnabas Fund (Pewsey/Südwestengland) mit. Es setzt sich für unterdrückte Christen in islamischen Ländern ein. Zuerst bezog sich der Erlass auf sieben Kirchen in der Provinz Bejaja (Kabylei); er wurde dann auf das ganze Land ausgedehnt. Nach Angaben von Barnabas Fund ist es den meisten evangelischen Gemeinden wegen bürokratischer Hindernisse bisher unmöglich gewesen, ihre Versammlungsstätten staatlich registrieren zu lassen. Die drohende Schließung betrifft auch noch im Bau befindliche Häuser. Wie der Direktor von Barnabas Fund, Patrick Sookhdeo, schreibt, würden viele Christen durch die staatliche Anordnung in den Untergrund getrieben. Die meisten der rund 60.000 Christen – davon etwa 2.000 Katholiken – im Land seien frühere Muslime und daher besonders gefährdet. Die Zahl der Christen wächst besonders in der Kabylei. 99 Prozent der 32,4 Millionen Einwohner sind Muslime.