21. Oktober 2017

Ägypten: Blutige Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen

Quelle: idea.de

Mindestens zehn Tote und 180 Verletzte.

Mindestens zehn Tote und 180 Verletzte.

Kairo (idea) – Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Ägyptens Hauptstadt Kairo sind in der Nacht vom 7. zum 8. Mai mindestens zehn Menschen getötet und weitere 180 Menschen verletzt worden. Zwei koptische Kirchen gerieten in Brand.

Medienberichten zufolge brauchten Militär und Polizei Stunden, um durch den Einsatz von Tränengas und Warnschüssen die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Auslöser für die Bluttat waren Gerüchte, dass Christen in einer der beiden Kirche eine Frau festhielten, die zum Islam übertreten wolle. Hunderte von Muslimen versammelten sich vor der Kirche, um die Herausgabe der Frau zu verlangen. Als sich Kopten schützend vor das Gotteshaus stellten, wurden Schüsse abgefeuert und Brandbomben geworfen. Zwischen Muslimen, die etwa 87 Prozent der rund 83 Millionen Ägypter stellen, und der christlichen Minderheit bestehen seit langem Spannungen, die immer wieder zu Gewalttaten führen. Am 5. März hatte ebenfalls eine islamisch-christliche Liebesbeziehung dazu geführt, dass in dem Ort Soul, 30 Kilometer südlich von Kairo, 13 Menschen ums Leben kamen, etwa 90 verletzt wurden und eine Kirche in Flammen aufging. In der Sylvesternacht kostete ein Bombenanschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria mehr als 20 Menschen das Leben. Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Ihre Ursprünge reichen bis in die Anfangszeit des Christentums zurück. Daneben gibt es kleinere Gruppen von Katholiken und Protestanten.