18. Oktober 2017

Abtreibungsgegner fordern Ende der „Kultur des Todes“

Quelle: idea.de

Erzgebirge: 300 Teilnehmer bei Schweigemarsch für das Leben. Foto: PR/Chris Bergau

Erzgebirge: 300 Teilnehmer bei Schweigemarsch für das Leben. Foto: PR/Chris Bergau

Annaberg-Buchholz (idea) – Ein Ende der „Kultur des Todes“ haben rund 300 Teilnehmer eines Schweigemarsches für das Leben am 23. Mai in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) gefordert.

Darunter war auch der CDU-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Steffen Flath (Dresden). Wie er sagte, sei Abtreibung ein „unbequemes Thema“. Da das menschliche Leben am Anfang und am Ende aber zunehmend gefährdet sei, sei es wichtig, dass Christen Flagge zeigten. Als Christ empfinde er es als Verpflichtung, an dem Schweigemarsch teilzunehmen. Der Politiker warb für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der künstlich befruchtete Eizellen vor dem Einpflanzen in den Mutterleib auf mögliche genetische Defekte untersucht und gegebenenfalls vernichtet werden: „Denken Sie die Sache bitte zuende! Wer von uns wäre heute nicht da?“

Gott hat das Leben lieb

Der Vikar der Annenkirche, Frank Pauli, erklärte, es sei Aufgabe der Kirche, sich für das Leben einzusetzen, „weil Gott das Leben lieb hat“. Er wolle nicht, dass Leben zerstört werde. Das gelte für jedes Stadium. Anders als Gott liebten die meisten Menschen nicht das Leben an sich, sondern nur gelingendes Leben, in dessen Mittelpunkt Erfolg und Freude stünden. Zugleich warnte Pauli davor, Frauen, die abgetrieben haben, zu verurteilen. Auch ihnen gelte die Barmherzigkeit Jesu. Der Evangelist Theo Lehmann (Chemnitz) sprach ein Gebet für alle werdenden Mütter.

KALEB: Interesse in Schulen größer als in Gemeinden

Die Vorsitzende des Vereins KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren) in Chemnitz, Ruthild Kohlmann, ermutigte dazu, dessen Aufklärungs- und Vortragsangebote stärker zu nutzen. Gegenwärtig sei das Interesse daran in Schulen vielfach größer als in Gemeinden. Die christliche Initiative, die 1990 in Leipzig gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwangere Frauen in Konfliktsituationen zu unterstützen. Sie ist mit 40 Kontaktstellen oder Regionalgruppen in elf Bundesländern vertreten. Ihre Beratungsstellen stellen keine Bescheinigungen aus, die zu einer straffreien Abtreibung berechtigen. Angeschlossen sind vielerorts Kleiderkammern, in denen finanzschwache Mütter Baby-Erstausstattungen bekommen kommen.

Schweigemarsch auch 2012

Organisiert wurde der Schweigemarsch von der Vereinigung „Christdemokraten für das Leben“ im Erzgebirge. Deren Vorsitzender, Thomas Schneider (Breitenbrunn), erklärte, man wolle einen Dienst für die Schwächsten der Schwachen leisten. Dass sich doppelt so viele Menschen an dem Marsch beteiligt hätten wie im Vorjahr, zeige, dass allmählich ein Bewusstsein für das Unrecht der Abtreibung zu wachsen scheine. Im nächsten Jahr soll es wieder einen Schweigemarsch geben.