11. Dezember 2017

Studikon: Neue Glaubensschritte wagen

Quelle: idea.de

Aschaffenburg (idea) – Unter den Studierenden an deutschen Hochschulen gibt es ein wachsendes Interesse an religiösen Fragen. Wie man dieses Interesse auf den christlichen Glauben lenken kann, dafür ließen sich über 1.000 Studenten auf der Konferenz „Studikon“ der SMD (Studentenmission in Deutschland) von Gründonnerstag bis Ostermontag in Aschaffenburg schulen. Die meisten gehören zu einer von 70 SMD-Hochschulgruppen, in denen insgesamt 1.200 Mitarbeiter ehrenamtlich aktiv sind. Das Treffen stand unter dem Motto „[Strg + Alt + Entf] alles neu“ und verstand sich nach den Worten den SMD-Generalsekretär Pastor Gernot Spies (Marburg) als „Mobilisierungskonferenz, um als Christen an den Hochschulen zu leben“.
 
Wie Spies gegenüber idea sagte, habe er unter den Teilnehmern dieser alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz in diesem Jahr „eine sehr große Kreativität und Bereitschaft festgestellt, mit Jesus Christus neue Glaubensschritte zu wagen“. Noch niemals zuvor sei die Konferenz so gut besucht gewesen.

Osterfeuer auf dem Volksfestplatz

Spies hielt die Predigt während einer Osternachtfeier mit Osterfeuer auf dem Volksfestplatz in Aschaffenburg, an der auch Bürger der Stadt teilnahmen, und leitete eine Abendmahlsfeier zum Abschluss des Treffens. Wie er sagte, sei die Studikon kein Selbstzweck: „Da, wo wir leben, arbeiten, studieren, die meiste Zeit unseres Lebens verbringen, da soll sichtbar werden, dass wir an Gott glauben, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, der Hoffnung gibt über den Tod hinaus.“ Weil Jesus lebe, habe das Leben „Sinn und ein Ziel“, so Spies. Er wies den Einwand zurück, dass nur ein paar Autoren aus dem Neuen Testament sich die Auferstehung Jesu ausgedacht hätten. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte etwa der Evangelist Matthäus „niemals Frauen als erste Zeugen genannt“, denn deren Wort habe in der Antike nicht gegolten.

Christen im übernatürlichen Kampf

Der Hauptreferent des Treffens, der in den USA lehrende deutsche Neutestamentler Prof. Hans Bayer (St. Louis im US-Bundesstaat Missouri), erläuterte, dass das Leben als Christ ein „übernatürlicher Kampf“ sei, für man auch eine übernatürliche Waffenrüstung benötige, wie sie im Neuen Testament vorgestellt werde. Es gehe letztlich darum, „Jesus Christus wie eine Rüstung anzuziehen“. Er befähige seine Nachfolger, nach seinem Vorbild zu leben. Die eigenen Mittel der Menschen seien dafür nicht geeignet und könnten so viel ausrichten „wie ein Gummihammer an einer Betonwand“. „Da passiert nichts“, so Bayer. Dieser Kampf der Christen unterscheide sich deutlich vom Dschihad der Moslems, führte Bayer weiter aus. Es gehe nicht um Machtausübung, sondern über das Überwinden des Bösen und der Bindungen im eigenen Leben. Gegenüber idea zeigte sich Bayer beeindruckt von der Aufnahmebereitschaft der Teilnehmer. Viele hätten in der Seelsorge einen geistlichen Neuanfang gemacht.

Oberbürgermeister würdigt Möglichkeit zum Neuanfang

Der Aschaffenburger Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) grüßte die Konferenz im Programmheft mit den Worten: „Das Leben noch einmal neu anfangen, das Ruder einfach herum reißen – wer hat sich das nicht schon einmal selbst gewünscht? Oftmals scheitert der Wille zum Neuanfang am fehlenden Halt in der Familie oder in der Gesellschaft.“ Umso wichtiger sei es, dass dieser Halt im Glauben gefunden werden könne.

Buntes Freizeitprogramm mit Tanz und Disco

Auf dem Programm standen neben Bibelarbeiten, Seminaren und Vorträgen auch Freizeitaktivitäten wie Stadtführungen, Sportangebote und sowie Cafés, eine Kleinkunstbühne, Salsa-Kurse, eine Disco oder die Mitarbeit im Konferenzchor. In einer Kollekte legten die Studenten über 15.000 Euro zusammen, um jungen afrikanischen Studenten die Teilnahme an einer internationalen Studententagung in Polen zu ermöglichen. Die SMD ist ein deutschlandweites Netzwerk von Christen in Schule, Hochschule und Beruf und wurde 1949 als „Studentenmission in Deutschland“. gegründet. Sie ist ein Fachverband des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie umfasst ferner knapp 800 Schülerbibelkreise sowie 30 Fach- und Regionalgruppen von Akademikern. Vorsitzender ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Hermann Sautter (Göttingen).