24. September 2017

JESUSHOUSE: 160.000 Teilnehmer und 10.000 Gespräche

Quelle: idea.de

Quelle: jesushouse.prochrist.org

Quelle: jesushouse.prochrist.org

Stuttgart (idea) – Auf starke Resonanz ist JesusHouse, die größte Jugendevangelisation des Jahres in Deutschland, gestoßen. Nach Angaben der Veranstalter wurden etwa 10.000 seelsorgerliche Gespräche geführt. Darunter seien zahlreiche Entscheidungen für den christlichen Glauben gewesen. JesusHouse wurde an den Abenden vom 30. März bis 2. April von Stuttgart aus an 400 Übertragungsorte in Deutschland sowie an über 100 weitere Orte in sieben europäischen Ländern ausgestrahlt. Die Teilnehmerzahl lag bei 160.000.
 

Zum Vergleich: Im April 2007 wurde JesusHouse von Hamburg aus an 750 Orte Europas übertragen und erreichte 400.000 Teilnehmer. Der JesusHouse-Geschäftsstelle (Kassel) zufolge sind die Zahlen nicht vergleichbar, da man auch die dezentralen JesusHouse-Veranstaltungen berücksichtigen müsse, die im Herbst 2010 erstmals an 220 Orten stattfanden. Da bei diesen Einzelveranstaltungen die Gäste nicht gezählt wurden, könne man keine Gesamtteilnehmerzahl nennen, so die Geschäftsstelle. JesusHouse-Leiter Klaus Göttler (Wuppertal) erklärte gegenüber idea, die eigenen Erwartungen seien deutlich übertroffen worden. So habe man am letzten Abend in der Stuttgarter Porsche-Arena Jugendliche wegen Überfüllung abweisen müssen, obwohl man zusätzlich eine Nebenhalle geöffnet habe. Offensichtlich sei JesusHouse eine Veranstaltung gewesen, zu der man Nicht-Christen guten Gewissens einladen könne. Er habe den Eindruck gewonnen, dass viele Jugendliche sich mit Gott und dem Glauben beschäftigen wollen, so Göttler. Gegenüber der JesusHouse-Veranstaltung 2007 in Hamburg habe sich das Programm qualitativ noch einmal gesteigert. Es habe eine gute Kombination aus tiefgehenden Gesprächen, Verkündigung sowie Lockerheit und Gelassenheit geboten. Man habe deutlich zum christlichen Glauben eingeladen, ohne zu drängen.

Kommentare und Fragen per Internet

JesusHouse fand zum fünften Mal statt. Die zentralen Veranstaltungen konnte man auch im Fernsehkanal ERF1 sowie im Internet verfolgen. Zudem war es möglich, über die Internetseiten von Facebook und JesusHouse oder per SMS Kommentare und Fragen abzugeben, die teilweise an den Abenden beantwortet wurden. Auf der Internet-Plattform Youtube gehörten die JesusHouse-Beiträge zeitweise zu den 100 am meisten gesehenen Filmen. Am zentralen Veranstaltungsort in Stuttgart zählte JesusHouse zwischen 3.500 und 6.000 Besucher. Die Predigten hielt Pastor Matthias Clausen, der am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Durch die Abende führte der Sky- und ZDF-Moderator Tim Niedernolte. Zu den Gästen zählten unter anderem Fußballnationalspieler Cacau (VfB Stuttgart), der Musiker Samuel Harfst und der ohne Arme und Beine geborene Australier Nick Vujicic.

Kollekten für soziale Projekte

Etwa 1.500 Kirchen, Gemeinden und Jugendgruppen hatten sich für das Projekt zusammengeschlossen; pro Veranstaltungsort kooperierten im Schnitt drei Gemeinden. Etwa 15.000 ehrenamtliche Mitarbeiter waren im Einsatz. Die Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro werden zu 80 bis 90 Prozent aus Spenden finanziert. Zuschüsse gab es von der EKD und der württembergischen Landeskirche. Die Kollekten der Abendveranstaltungen wurden für drei soziale Projekte in Deutschland und Brasilien bestimmt. JesusHouse ist aus der evangelistischen Initiative ProChrist hervorgegangen. Dahinter steht ein Trägerkreis mit Personen aus Politik sowie Landes- und Freikirchen, darunter der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, die Bischöfe Hans-Jürgen Abromeit (Pommern), Jochen Bohl (Sachsen), Ulrich Fischer (Baden), Frank Otfried July (Württemberg) sowie der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting (Witten). Übertragen wurde das Programm aus Stuttgart nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Polen, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien und Tschechien. Die Veranstalter kündigten an, JesusHouse fortzusetzen. Zunächst solle es im Jahr 2013 jedoch mit der nächsten ProChrist-Evangelisation ein „JesusHouse für Erwachsene“ geben, das ebenfalls aus Stuttgart übertragen werden soll.

Proteste in Bad Kreuznach

Proteste gegen JesusHouse gab es in Bad Kreuznach. Zwei bekennende Homosexuelle, Thomas Donahue und Wolfgang Wobeto, hatten Einzelhändler aufgefordert, Einladungsplakate abzuhängen, berichtete Pastor Andreas Kopp (Bad Kreuznach) von der pfingstkirchlichen Gemeinde Brothaus gegenüber idea. Sie gehört mit fünf weiteren zum JesusHouse-Trägerkreis in Bad Kreuznach. Donahue und Wobeto hätten Anstoß daran genommen, dass hinter JesusHouse der Verein ProChrist mit seinem Leiter, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), stehe, der sich gegen Homosexualität geäußert habe. Mitarbeiter von JesusHouse hätten danach ebenfalls die Einzelhändler besucht. Daraufhin seien manche Plakate wieder ausgehängt worden. An einer Protestkundgebung vor dem Veranstaltungsort von JesusHouse, zu dem die Kritiker für den 2. April aufgerufen hatten, nahmen etwa 30 Personen teil. Christen mischten sich unter die Demonstranten und suchten das Gespräch, so Kopp. In Bad Kreuznach ist Oberbürgermeister Andreas Ludwig (CDU) Schirmherr von JesusHouse.