23. September 2017

Iran verbrennt Hunderte Bibeln – und die Welt schweigt

Quelle: idea.de

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte kritisiert „zweierlei Maß“. Foto: PR

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte kritisiert „zweierlei Maß“. Foto: PR

Frankfurt am Main (idea) – Im Iran haben die Behörden Hunderte Bibeln verbrannt, ohne dass die breite internationale Öffentlichkeit davon Notiz genommen hat.
 

Gleichzeitig hat die Verbrennung eines Korans im US-Bundesstaat Florida durch eine christliche Splittergruppe zu Regierungserklärungen, Massenprotesten und Gewaltexzessen in Afghanistan geführt. Auf diese Diskrepanz weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main hin. Bücherverbrennungen jeder Art seien ein Zeichen für totalitäres Denken. Die iranischen Revolutionsgarden hätten allein am 8. Februar etwa 300 Bibeln in persischer Sprache öffentlich verbrannt. In der Islamischen Republik und anderen Teilen der islamischen Welt werde beim Schutz von Religions- und Gedankenfreiheit mit zweierlei Maß gemessen. Bereits im vorigen Jahr hätten iranische Behörden mehrere Hundert Bibeln verbrannt. Die im Februar vernichteten Bibeln seien Ende Oktober 2010 von den Revolutionsgarden an einem Kontrollpunkt im westiranischen Grenzgebiet in einem Regionalbus entdeckt und beschlagnahmt worden. Zusammen mit anderen „Schmuggelwaren“ seien die Bücher in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan öffentlich verbrannt worden. Zu den im Iran verbotenen Büchern zählten evangelistische Schriften und Bibeln in Farsi, aber auch säkulare Werke, die Schriften mancher reformorientierter Theologen und Veröffentlichungen von Kritikern der Herrschaft des islamischen Klerus. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.