12. Dezember 2017

Indien: Fast jeden Tag werden Christen verfolgt

Quelle: idea.de

Christen werden in Indien immer häufiger verfolgt.

Christen werden in Indien immer häufiger verfolgt.

Neu Delhi (idea) – In Indien vergeht kaum ein Tag, an dem Christen nicht wegen ihres Glaubens beschimpft, Pastoren verprügelt oder Kirchen angegriffen werden. Auch wenn Religionsfreiheit in der Verfassung verankert ist, wird die Minderheit seit Jahren von gewalttätigen Hindu-Extremisten bedroht.
 

Sieben der 28 indischen Bundesstaaten beschneiden die Glaubensfreiheit durch „Antibekehrungsgesetze“. Darauf macht das Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) aufmerksam, das sich für verfolgte Christen einsetzt. Verstöße gegen diese Gesetze können mit bis zu zwei Jahren Haft und/oder einer Geldbuße von umgerechnet 338 Euro bestraft werden. Allerdings gilt dies nur für Personen, die vom Hinduismus zu einer anderen Religion wechseln. Wer zum Hinduismus übertritt, bleibt von einer möglichen Bestrafung unberührt. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und drei Prozent Christen.

Christen dürfen Verstorbenen nicht begraben

Open Doors führte einige Beispiele für Christenverfolgung an. So hinderten im Bundesstaat Andhra Pradesh Hindu-Nationalisten Christen daran, einen Verstorbenen auf einem christlichen Friedhof zu begraben. Laut dem Gesamtindischen Christenrat wurden etwa 20 Trauergäste verprügelt. Ihnen wurde weitere Gewalt angedroht, sollten sie den Fall der Polizei melden. Zwei Männer und eine Frau wurden verletzt. Eine Anzeige blieb erfolglos. Der Leichnam musste verbrannt werden. Im Osten des nordischen Bundesstaates Uttarakhand drangen am 28. März etwa 30 Hindu-Extremisten in die „Believers Church“ (Gemeinde der Gläubigen) ein. Dort hatten sich Christen zu einer Tagung versammelt. Die Männer beschuldigten vier Teilnehmer der Zwangsbekehrung von Hindus und verprügelten sie. Nach dem Angriff erstatteten die Täter Anzeige. Polizisten brachten die Christen zur Vernehmung auf die Wache. Nach Intervention christlicher Leiter wurden sie frei gelassen.