21. September 2017

Großevangelisation: „Gott liebt Vietnam“

Quelle: idea.de

Luis Palau predigte in Ho-Chi-Minh-Stadt. Foto: PR

Luis Palau predigte in Ho-Chi-Minh-Stadt. Foto: PR

Ho-Chi-Minh-Stadt (idea) – Im kommunistisch regierten Vietnam sind wieder Großevangelisationen mit ausländischen Rednern möglich – wenn auch unter erschwerten Bedingungen.
 
Vor rund 12.000 Besuchern predigte der US-Amerikaner Luis Palau (Portland/Bundesstaat Oregon) am 9. und 10. April in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Bei der ersten Versammlung kamen rund 800 Personen zum Podium, um zu bekunden, dass sie fortan als Christen leben wollen. Am zweiten Abend waren es etwa 1.000. Es war der erste Auftritt eines Evangelisten aus den USA seit der kommunistischen Machtübernahme im Süden des Landes im Jahr 1975. Anlass für die Großevangelisation war das hundertjährige Bestehen des Protestantismus in Vietnam.
 

Mund-zu-Mund-Propaganda

Obwohl die Veranstalter bereits vor Monaten eine Genehmigung beantragt hatten, erhielten sie erst drei Stunden vor Beginn grünes Licht – und zwar für das mehrere Kilometer vom beantragten Veranstaltungsort entfernten Stadion Thanh Long. Binnen kurzer Zeit musste die Veranstaltungstechnik dorthin transportiert und aufgebaut werden. Teilnehmer wurden per Mund-zu-Mund-Propaganda, Handy und Internet informiert. Mit zwei Stunden Verspätung konnte die Evangelisation beginnen. Dabei wurden große Transparente entrollt mit Slogans wie „Betet für Vietnam“ oder „Gott liebt Vietnam“.

Protestanten haben keine Angst

Der 76-jährige gebürtige Argentinier Palau trat zusammen mit seinem Sohn Andrew auf, der unter anderem berichtete, wie Gott ihn von Alkohol und Drogen freigemacht habe. Palau reiste weiter in die Hauptstadt Hanoi, wo er am 15. und 16. April auftreten will. Der Präsident der Vietnamesischen Christlichen Vereinigung, Nguyen Xuan Duc, zeigte sich zuversichtlich über die Zukunft des Protestantismus in seinem Land: „Es gibt keine Angst, sondern wunderbare Spontaneität und unaussprechliche Freude.“ Von den knapp 91 Millionen Einwohnern sind 54 Prozent Buddhisten, 22 Prozent Atheisten und 8 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,8 Prozent sind evangelisch. Weitere 8 Prozent gehören Stammesreligionen an.