23. Oktober 2017

Ulrich Parzany: Ein Evangelist mit Millionenpublikum

Quelle: ideaSpektrum Nr.12/2011

Ulrich Parzany zur ProChrist-Männerwoche "Männeraufstand" 2008 in Aue/Erzgebirge

Ulrich Parzany zur ProChrist-Männerwoche "Männeraufstand" 2008 in Aue/Erzgebirge

GEBURTSTAG
 

Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel) ist der bekannteste Evangelist im deutschsprachigen Raum. Am 24. März wird er 70 Jahre alt.

Der evangelische Theologe hat als Leiter und Hauptredner der per Satellit in ganz Europa übertragenen ProChrist-Evangelisationen ein Millionenpublikum. Einen Ruhestand kennt er nicht: Er reist von Evangelisation zu Evangelisation. Bis zu seiner Pensionierung Ende September 2005 war Parzany 21 Jahre lang Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbands, der 330.000 Mitglieder und regelmäßige Besucher umfasst. Außerdem hatte er führende Ämter in der evangelikalen Bewegung inne. So war er Vorsitzender der „Koalition für Evangelisation in Deutschland“ (früher: „Lausanner Komitee für Weltevangelisation“) und langjähriges Mitglied des Hauptvorstands der Deutschen Evangelischen Allianz. Der gebürtige Essener ist überzeugt, dass der christliche Glaube „um der Menschen willen öffentlich verkündet werden“ soll. „Wenn es darum geht, die Botschaft von Jesus Christus weiterzusagen, darf man sich von niemandem das Maul stopfen lassen“, forderte Parzany bei der 40-Jahr-Feier der Evangelischen Nachrichtenagentur idea im vergangenen Juni. Dabei scheut er sich auch nicht vor Aussagen, die selten zu hören sind. Beispielsweise warnt er immer öfter vor dem Zorn Gottes. Das in Gottesdiensten gesprochene Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus zum Gericht wiederkommen werde, sei eine nachdrückliche Mahnung.

„Was habe ich falsch gemacht?“

Parzany fand 1955 durch die Arbeit des Essener Jugendzentrums „Weigle-Haus“ zum christlichen Glauben. Dem damaligen dortigen Jugendpfarrer Wilhelm Busch verdankt er nach eigener Aussage „unschätzbar viel“. Von 1960 bis 1964 studierte Parzany Theologie in Wuppertal, Göttingen, Tübingen und Bonn. Sein Vikariat absolvierte er in Ost-Jerusalem und Jordanien. Von 1967 bis 1984 leitete er das Weigle-Haus. In dieser Zeit begann seine überregionale evangelistische Arbeit. Dem jugendmissionarischen Kongress „Christival“ stand er 1976 und 1988 vor. Von 1978 bis 2003 war er auch Vorsitzender der Gerhard-Tersteegen-Konferenz, einer Glaubens- und Bibelkonferenz der Gemeinschaftsbewegung (heute: Essener und Mülheimer Bibeltage). Auf der Weltausstellung „Expo 2000“ in Hannover war er Direktor des „Pavillon der Hoffnung“, in dem 950.000 Besucher ein evangelistisches Programm erlebten. 1998 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Engagement für Jugendliche, Mission und Seelsorge. In seiner Dankesrede sagte er, die Auszeichnung habe ihn nachdenklich gemacht: „Unseren Chef, Jesus Christus, haben sie gekreuzigt, und wir werden geehrt. Da fragt man sich: Was habe ich falsch gemacht?“