20. Oktober 2017

Närrische Aktion auf dem Friedhof endet vor Gericht

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende der örtlichen Karnevalsgesellschaft „Schlossnarren“, Georg Gref. Foto: PR

Der Vorsitzende der örtlichen Karnevalsgesellschaft „Schlossnarren“, Georg Gref. Foto: PR

Heidelberg (idea) – Eine närrische Aktion auf einem Friedhof in Heidelberg hat zu einem Rechtsstreit geführt.
 

Der Vorsitzende der örtlichen Karnevalsgesellschaft „Schlossnarren“, Georg Gref, hatte sich im September mit Narrenkappe auf dem Bergfriedhof für ein Video fotografieren lassen. Damit wurde für das Stimmungslied „Bald schon ist’s vorbei, und wir alle war’n dabei“ geworben. Der für öffentliche Ordnung zuständige Bürgermeister Wolfgang Erichson (Bündnis 90/Die Grünen) fand das nicht lustig, sondern geschmacklos. Außerdem fehle ihm jegliches Verständnis dafür, dass Gref seinen Auftritt als „lässliche Sünde“ bezeichnet habe. Die Stadt verhängte ein Bußgeld von 500 Euro, weil sich Gref „nicht der Würde des Ortes entsprechend verhalten“ habe. Der Karnevalist klagte dagegen vor dem Amtsgericht – mit Erfolg. Die Richterin verwies auf die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. „Der Steuerzahler muss nun dafür aufkommen, dass die Heidelberger keinen Spaß verstehen“, sagte Gref der Tageszeitung „Südwest Presse“.