18. Oktober 2017

Drei Viertel aller Verfolgung trifft Christen

Quelle: idea.de

Foto: Open Doors

Foto: Open Doors

London/Berlin (idea) – Etwa 75 Prozent aller religiösen Verfolgung richtet sich gegen Christen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des britischen Zweigs des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (London). Den Angaben zufolge werden etwa 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Das Hilfswerk hat 33 Länder unter die Lupe genommen. Verfolgung ereignet sich danach vor allem im Mittleren Osten, Afrika und Asien.
 

Gestiegen ist das Maß der Christenverfolgung in 22 Ländern, vor allem in Ägypten, Irak, Nigeria und Pakistan, die islamisch geprägt sind. Aber auch in buddhistischen, hinduistischen und kommunistisch-atheistisch regierten Ländern wie Birma, Indien, Sri Lanka und Nordkorea müssen wegen ihres Glaubens Drangsal erleiden.

„Gedenke“: Gebet für Verfolgte und Leidende

Aus Anlass des Kirchensonntags Reminiscere (Gedenke) am 20. März ruft die EKD zur Fürbitte für Verfolgte und Leidende auf. In den evangelischen Gottesdiensten wird sowohl an die Christenverfolgung wie auch an die Betroffenen der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe in Japan gedacht. Im Blick auf die Situation in Japan schlägt das EKD-Kirchenamt ein Gebet vor, das die Fragen und Sorgen der Gottesdienstbesucher aufgreift und die Betroffenen dem Schutz Gottes anbefiehlt: „Wo warst Du, Gott, als das Chaos in Deine gute Schöpfung einbrach?“ Im Materialheft wird besonders auf Christenverfolgungen in dem indischen Bundesstaat Orissa hingewiesen, wo sich 2007 und 2008 eine Welle antichristlicher Gewalt ereignete. Nationalistisch gesinnte Hindus töteten etwa 120 Menschen und vertrieben Christen aus mindestens 315 Dörfern. 252 Kirchen, 4.640 Häuser und 13 Schulen wurden zerstört. Der EKD zufolge ist die Lage immer noch schwierig.

CDU-Politiker: Weltweit für Religionsfreiheit einsetzen

Der Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge (Berlin), bezeichnete die Christenverfolgung als eines der zentralen Menschenrechtsprobleme. Darüber dürfe man nicht hinwegsehen, sagte er in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ähnlich äußerte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein (Siegen): „Die Verfolgung und Diskriminierung des Christentums ist eine der drängendsten Herausforderungen für die internationale Menschenrechtspolitik.“ Laut Klein – auch Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Nordrhein-Westfalen – ist in mehr als 60 Staaten sei die freie Ausübung der eigenen oder der Wechsel zu einer anderen Religion nicht möglich oder der Gefahr massiver Bedrohung und Verfolgung ausgesetzt. Es sei wichtig, dass sich Deutschland weiter für die Religionsfreiheit in anderen Staaten einsetze. Das im Grundgesetz verankerte Grundrecht verpflichte dazu, „denen zur Seite zu stehen, die wegen ihrer Religion Verfolgung und Unterdrückung erleiden“.