18. Oktober 2017

Das Kreuz bleibt

Quelle: jungefreiheit.de

Von Jürgen Liminski

Gemäß dem Lissabon-Vertrag schöpft die Europäische Union „aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas“. Für dieses Erbe gibt es ein Symbol: Das Kreuz. Und das seit 1.700 Jahren, seit Kaiser Konstantin das Christentum „salonfähig“ machte.

Zwar sind die politischen Salons rar geworden, in denen das Christentum wirklich ernst genommen wird. Das Erbe aber ist geblieben und manifestiert sich nicht nur in imposanten Sakralbauten, sondern eben auch durch das Kreuz im Klassenzimmer.

Militante Atheisten haben damit ein Problem und manche Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auch. Dessen höchste Kammer aber hat nun Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden für vereinbar mit Menschenrechten und Religionsfreiheit erklärt. Alles andere wäre ein Ausweis historischer Ignoranz gewesen.

Das Kreuz verpflichtet nicht zum Glauben

Das Kreuz verpflichtet nicht zum Glauben, der Staat wahrt seine Neutralität, indem er Religionsfreiheit und historisches Erbe respektiert, nicht indem er sie einschränkt. Aus dem Christentum ist außerdem der Begriff der Person erwachsen, mit ihm die persönliche Menschenwürde, das Fundament abendländischer Ethik.

Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte gewesen, wenn ausgerechnet das einzige Gericht, das die einzelne Person zum Subjekt des Völkerrechts erhebt, dieses Fundament durchlöchert hätte. Es hätte sich selbst ad absurdum geführt.

JF 13/11