18. Oktober 2017

Berliner Bischof auf Distanz zu Friedrich

Quelle: idea.de

Markus Dröge hat sich nach Medienberichten von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich distanziert.

Markus Dröge hat sich nach Medienberichten von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich distanziert.

Berlin (idea) – Der Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge (Berlin), hat sich nach Medienberichten von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) zum Islam abgegrenzt.
 

Friedrich hatte nach seiner Ernennung am 3. März gesagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre, sei geschichtlich nicht zu belegen. Damit distanzierte er sich von Bundespräsident Christian Wulff, der den Islam als zu Deutschland gehörend bezeichnet hatte. Bei seiner Predigt am 6. März in der Berliner Marienkirche habe sich Dröge erschrocken gezeigt, wie schnell gute Ansätze wieder in Frage gestellt würden, meldete das Berliner Radio rbb. Hilfreich sei dies nicht. Leitkultur in Deutschland sei „unsere demokratische, offene, auf Dialog angelegte und den Menschenrechten verpflichtete Ordnung“, in die sich jeder integrieren können, „ob Christ, Atheist, Buddhist, Hinduist oder Moslem“, zitiert der Sender den Landesbischof.

Unterschiedliche Reaktionen

Kritisch zu Friedrich äußerte sich auch der katholische Theologe und Experte für den christlich-islamischen Dialog im Erzbistum Köln, Thomas Lemmen. Die neu angestoßene Diskussion sei problematisch, weil sie polarisiere. „Muslime sind seit Langem Teil dieser Gesellschaft, nicht erst seit der Arbeitsmigration“, sagte Lemmen am 4. März gegenüber dem Kölner Domradio. Auch der Vorsitzende des deutschen Islamrats, Ali Kizilkaya, kritisierte den Bundesinnenminister und forderte gegenüber der „Bild“-Zeitung (Ausgabe 5. März): „Die Kanzlerin muss klarstellen, ob Muslime dazugehören oder nicht.“ Unterstützt wurde Friedrich dagegen vom Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (Berlin). Muslime gehörten zwar zu Deutschland, der Islam habe aber „unsere Gesellschaft nicht geprägt und prägt sie auch heute nicht. Der Islam gehört damit nicht zu Deutschland“, sagte Kauder der „Passauer Neuen Presse“ (Ausgabe vom 4. März.)