22. November 2017

Zu Guttenberg auf einem Werte-Kongress?

Quelle: idea.de

Nürnberg (idea) – Kann Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angesichts der Plagiatsvorwürfe gegen ihn auf dem größten deutschen Wertekongress auftreten?
 
Diese Frage hat der Vorsitzende des Kongresses christlicher Führungskräfte, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), mit einem klaren Ja beantwortet.

Das Treffen vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg, zu dem sich rund 3.500 Teilnehmer angemeldet haben, steht unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“. Zu Guttenberg ist einer der Hauptreferenten des Kongresses, der von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Verbindung mit der Firma „tempus Akademie und Consulting (Giengen bei Ulm) veranstaltet wird. Wie Marquardt in einem Beitrag für idea schreibt, gibt es Forderungen, den Minister und andere Mitwirkenden auszuladen, „weil man bei ihnen Fehler oder theologische Irrtümer sieht“. Dem Theologen zufolge könne es aber keinen christlichen Wertekongress geben, wenn man nur Referenten einladen dürfte, die makellos wären: „Denn sie gibt es nicht. Keiner würde auch von sich behaupten, fehlerlos zu sein. Entsprechend sollten wir es auch von niemandem erwarten.“

Auch Glaubensväter waren Sünder

Fast alle großen biblischen Gestalten könnten, so Marquardt, bei solchen Vorgaben bei einem christlichen Wertekongress nicht auftreten: „Mose nicht wegen Totschlags, Abraham nicht wegen Lüge, David nicht wegen Mordes und Ehebruchs und Paulus nicht, weil er als einstiger Christenverfolger gleich mehrere Menschen auf dem Gewissen hatte.“ Es könne unter Christen nicht darum gehen, „dass vermeintlich Sündlose über Sünder richten“. Nach den Worten Jesu Christi sei es immer so, „dass Sünder Sünder mahnen, die Sünde zu meiden – egal, ob es um ethisches oder theologisches Fehlverhalten handelt“. Zwar würden manche Sünden öffentlich, so dass der Sünder am Pranger stehe: „Aber um die ganz große Mehrheit von Sünden weiß eben nur Gott allein – und ihm sollten wir das endgültige Urteil im Jüngsten Gericht überlassen.“