21. November 2017

Tourismusverband: Im Harz ist der Teufel los

Quelle: idea.de

Veranstalter wollen mit Hexen und Geistern Urlauber anlocken. Foto: PR/harzinfo.de

Veranstalter wollen mit Hexen und Geistern Urlauber anlocken. Foto: PR/harzinfo.de

Goslar (idea) – Auf Hexen, Teufel und Geister setzt weiterhin der Harz-Tourismus, um mehr Gäste in die Region zu locken. Die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, Carola Schmidt (Goslar), teilte auf der Jahrespressekonferenz mit, dass es sich bewährt habe, Zielgruppen mit harztypischen Mythen und Sagen und der damit verbundenen Magie anzusprechen.
 

Auf diese Weise könne man sich von anderen Mittelgebirgsgebieten abheben und „zu neuer Größe im Deutschland-Tourismus“ finden. In den vergangnen Jahren habe der Westharz rund 20 Prozent weniger Gäste verzeichnet, doch langsam gehe es wieder aufwärts. Im Mittelpunkt stehen die Walpurgisfeiern am Abend vor dem 1. Mai mit Festspielen, Umzügen und Veranstaltungen. „In der letzten Aprilnacht feiern die dunklen Mächte mit ihren Hexen ein Fest. Wahrlich ist dann der Teufel los im Harz. Einem sprudelnden Hexenkessel gleich zieht die magische Gebirgswelt in diesen Tagen tausende Gäste aus ganz Deutschland in ihren Bann“, heißt es auf der Internetseite des Tourismusverbands. Früher wurden Walpurgis-Feiern schwerpunktmäßig in Bad Grund, Braunlage, St. Andreasberg, Schierke und Thale mit einem Hexentanzplatz durchgeführt; heute gibt es in fast jeder Harz-Gemeinde solche Angebote. In einigen Orten können Besucher ein „Hexendiplom“ erwerben. Während einige Kirchenrepräsentanten die Hexen-Feste als Teil des Brauchtums ansehen, beobachten Evangelikale aus Landes- und Freikirchen den religiösen Hintergrund mit Sorge. In der Vergangenheit veranstalteten sie aus Anlass der Walpurgismacht Gebetsversammlungen und Bekenntnismärsche. Der Legende nach sollen am 30. April „Hexen“ auf dem Blocksberg (Brocken) ein großes Fest abhalten und auf die Ankunft des Teufels warten, um sich mit diesem zu vermählen. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat das Fest in seinem „Faust“ ausführlich beschrieben – als eine „Nacht der Vertreibung der Winter-Dämonen“.