22. November 2017

Kirchliche Strategie für Dialog mit Muslimen nötig

Quelle: idea.de

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär. Foto: PR

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär. Foto: PR

Dortmund (idea) – Die evangelische Kirche sollte eine Strategie für den Dialog mit Muslimen entwickeln. Dafür hat sich die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär (Fulda), ausgesprochen.
 

Anlass war ein Studientag des Erwachsenenbildungswerks Westfalen und Lippe zum Thema „Profil und Pluralität im interreligiösen Dialog“ in Dortmund. Ueberschärs Vorschlag: „Ich stelle mir ein Bekenntnis des Rates der EKD im Sinne des Bundespräsidenten Christian Wulff vor: Der Islam gehört zu unserer Gesellschaft wie die christlichen Kirchen und die jüdischen Gemeinden.“ Ebenso wie im ökumenischen Dialog extreme Positionierungen verdrängt würden, müssten sie auch im interreligiösen Dialog einer „Kirchenpolitik der Mäßigung“ unterworfen werden. Auch die Frage, was eine „christliche Leitkultur“ sei, müsse in einem offenen Prozess ausgehandelt werden. Man dürfe dies nicht den evangelikalen Kräften allein überlassen. Laut Ueberschär wird das Thema Mission und Dialog überschätzt: „Es ist immer nur eine Minderheit, die sich in die eine oder andere Richtung überzeugen lässt.“ Der mögliche Anteil der Muslime, die sich taufen lassen würde, sei verschwindend gering gegenüber dem Anteil derer, „die hier in dieser Gesellschaft mit ihrem Glauben ihren Platz finden wollen“.