19. November 2017

China: Christlicher Buchhändler wieder auf freiem Fuß

Quelle: idea.de

Shi Weihan (auf dem Bild mit seiner Familie) war wegen „illegaler Geschäfte“ 19 Monate in Haft. Foto: PR

Shi Weihan (auf dem Bild mit seiner Familie) war wegen „illegaler Geschäfte“ 19 Monate in Haft. Foto: PR

Peking (idea) – In China ist ein christlicher Buchhändler nach 19 Monaten Haft freigelassen worden. Der 39-jährige Shi Weihan sei seit dem 9. Februar wieder auf freien Fuß, teilte das Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) am 18. Februar mit.
 

Shi – Mitglied einer staatlich nicht anerkannten Hausgemeinde – war erstmals im November 2007 festgenommen worden. Ihm wurde die illegale Veröffentlichung christlicher Literatur vorgeworfen. Am 4. Januar 2008 wurde er wegen unzureichender Beweise aus dem Gewahrsam entlassen. Doch im Juni 2009 verurteilte ihn ein Pekinger Gericht zu drei Jahren Haft wegen „illegaler Geschäfte“. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtete, habe Shi seinen Laden legal betrieben und nur genehmigte Bücher verkauft. Sein Betrieb habe Bibeln und christliche Literatur gedruckt und sie kostenlos an Hausgemeinden geliefert. Die meisten Christen in der Volksrepublik China versammeln sich in staatlich nicht registrierten Hauskirchen, weil sie sich der Kontrolle des kommunistischen Regimes entziehen wollen. Schätzungen über die Gesamtzahl schwanken zwischen 40 Millionen und 130 Millionen. Die anerkannten protestantischen Dachorganisationen – die Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat – repräsentieren 23 Millionen Mitglieder. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen regimetreuen Kirchen an.