18. November 2017

Afghanistan: Von Todesstrafe bedrohter Christ ist frei

Quelle: idea.de

Internationaler Druck zeigte Wirkung: Said Musa war neun Monate inhaftiert. Foto: PR

Internationaler Druck zeigte Wirkung: Said Musa war neun Monate inhaftiert. Foto: PR

Kabul (idea) – Der seit neun Monaten in Afghanistan wegen seines Glaubens inhaftierte Christ Said Musa ist nach intensiven diplomatischen Bemühungen freigelassen worden.
 

Das teilte das Hilfswerk Open Doors am 25. Februar mit. Musa drohte wegen Übertritts vom Islam zum Christentum nach islamischem Recht die Todesstrafe. Wie es heißt, habe er am 21. Februar das Land mit unbekanntem Ziel verlassen. In Briefen aus dem Gefängnis hatte Musa berichtet, dass ihn Vertreter verschiedener Botschaften in Kabul besucht und ihm Asyl angeboten hätten. Der 46-Jährige schrieb ferner, dass ihn Gefängniswärter „sehr genötigt“ hätten, dem christlichen Glauben abzusagen. Dies habe er abgelehnt: „Ich bin ein Diener Jesu Christi.“ Musa war vor acht Jahren Christ geworden. 15 Jahre lang arbeitete er für das Rote Kreuz in Kabul. Der selbst beinamputierte Mann passte für die Organisation Prothesen an. Am 31. Mai 2010 wurde er verhaftet, nachdem der Fernsehsender Noorin TV Bilder einer Taufe von zum Christentum übergetretenen Muslimen gezeigt hatte. Musa wurde im Gefängnis geschlagen, sexuell missbraucht und mit Schlafentzug gequält. Aufgrund internationalen Drucks verlegten ihn die Behörden in ein anderes Gefängnis, in dem er besser geschützt war. Ein Freund Musas lobte gegenüber Open Doors die internationalen Bemühungen: „Die Stimmen der Menschen außerhalb Afghanistans, die die afghanische Regierung und internationale Diplomaten unter Druck setzten, wurden gehört. Wenn sich Ortsgemeinden und internationale Gruppen für die Verfolgten im Glauben einsetzen, haben sie die Macht, Dinge zu ändern.“

Ein weiterer Christ von Todesstrafe bedroht

In Afghanistan ist ein weiterer Christ wegen Abfalls vom Islam inhaftiert und von der Todesstrafe bedroht. Shoib Assadullah befindet sich im Distriktgefängnis von Mazar-i-Sharif im Norden des Landes. Auch er wurde unter Druck gesetzt, seinen christlichen Glauben aufzugeben. In einem Brief vom 17. Februar schrieb er: „Ich wurde nicht nur der Freiheit beraubt, sondern auch unter starken psychologischen Druck gesetzt. Etliche Male wurde ich auch körperlich angegriffen und von Mitgefangenen mit dem Tode bedroht, vor allem durch Taliban und Häftlinge, die gegen die Regierung sind.“ Afghanistan gehört zu den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt das streng islamische Land hinter Nordkorea und Iran den dritten Platz. Unter den 28,4 Millionen Einwohnern Afghanistans leben nach Angaben des Hilfswerks etwa 10.000 Christen.