22. September 2017

„Superintendentin verlässt Boden der Heiligen Schrift“

Quelle: idea.de

Joachim Wesel kritisiert Segnungsgottesdienst für lesbische Partnerschaft.

Joachim Wesel kritisiert Segnungsgottesdienst für lesbische Partnerschaft.

Kamen (idea) – Scharfe Kritik an einem Segnungsgottesdienst für eine lesbische Partnerschaft in der Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen hat der Hauptverein der Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaften geübt.
 

Am 2. Oktober vergangenen Jahres hatte die Superintendentin des Kirchenkreises Unna, Annette Muhr-Nelson, die Bergkamener Pfarrerin Sabine Sarpe und ihre Partnerin Manuela Kasper in einem Gottesdienst gesegnet. „Als Gemeinschaftsbewegung innerhalb der Landeskirche sind wir mit unseren Mitgliedern und den Gottesdienstbesuchern erschrocken und empört über ein solches Verhalten von kirchenleitenden Personen“, schrieb der Vorsitzende des Bruderrates der Gebetsgemeinschaften, Joachim Wesel (Kamen), am 18. Januar an Superintendentin Muhr-Nelson und die Kirchenleitung der westfälischen Kirche. Mit der Handlung werde der Boden der Heiligen Schrift verlassen und sie widerspreche den Bekenntnisschriften. Außerdem sei damit ein Beschluss der Landeskirche missachtet worden, wonach solche Segnungsfeiern nicht in einem gottesdienstlichen Rahmen stattfinden sollten.

„Zur Zeit nicht auflösbarer Dissens“

Die westfälische Synode hatte im Jahr 2001 in der Frage der gottesdienstlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften einen „zur Zeit nicht auflösbaren Dissens“ festgestellt. 2003 legte die Kirchenleitung eine Arbeitshilfe „Andacht für Lebenspartnerschaften“ vor, in der es zur pastoralen Begleitung gleichgeschlechtlicher Partner unter anderem heißt: „An einen wie auch immer gearteten öffentlichen Akt im Rahmen eines Gottesdienstes ist dabei nicht gedacht.“ Zum Schreiben der Gebetsgemeinschaften nahm die Kirchenleitung bisher nicht Stellung. Die Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaften wurden 1885 als Ostpreußischer Gebetsverein gegründet. Ihre Mitglieder gehören meist der Landeskirche an. Heute gibt es 35 Gemeinschaften, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.