11. Dezember 2017

Pfarrerdienstgesetz: Aufbäumen gegen Gott!

Foto: andreas stix / pixelio.de

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Gott sei Dank! Denn vor drei Jahren hätte es mit Propst Horst Gorski aus Altona fast den ersten bekennenden schwulen lutherischen Bischof in Deutschland gegeben. Damals war zwischen konservativen und liberalen Christen eine scharfe Kontroverse entbrannt.
 

Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis, Ulrich Rüß, äußerte sich zum Amt eines Bischofs damals so: „Er soll die Gemeinde hüten, der kirchlichen Einheit dienen und die Wahrheit des Glaubens und der Lehre schützen – dafür kann Gorski nicht stehen“.

Dass nun acht evangelische Altbischöfe in einem offenen Brief gegen das neue Pfarrerdienstgesetz der EKD einen Mahnruf durchs Land geschickt haben, weil das Kirchengesetz die generelle Öffnung des Pfarramtes für gleichgeschlechtliche Partnerschaften befürwortet, passt dem ehemaligen Schleswiger Bischofskandidaten Gorski natürlich überhaupt nicht ins Toleranzkonzept.

Gorski, nach eigenen Angaben derzeit in keiner festen partnerschaftlichen Beziehung, sagte gegenüber der taz (die tageszeitung), dass er sich ja nach den Vorstellungen der Altbischöfe dazu bereiterklären müsse, auf sein eigenes homosexuelles Leben zu verzichten und keine homosexuelle Beziehung einzugehen.

Würde der Propst diese Einsicht für sich in Anspruch nehmen und umsetzen, wäre er auf einem biblischen Weg!

Es sei jedoch für ihn unverständlich, dass die Briefschreiber „die allgemein anerkannten Fortschritte in der thelogischen Erkenntnis“ leugnen, die doch an den theologischen Fakultäten der deutschen Universitäten „Allgemeingut“ wären. Die Altbischöfe würden die Bibel nur „missverstehen“, denn sie sage nichts über homosexuelle Partnerschaften.

So bekräftigt der schwule Propst im Interview gegenüber der taz, dass es sich um kein Rollback der Kirche für einen stärker werdenden konservativen Strom handeln würde, sondern eher um „ein letztes Aufbäumen einer kleinen Minderheit, die merkt, dass sie nicht mehr die Mehrheit hat“.

Gorski beobachte einen „Mainstream gegen die veralteten Ansichten der Altbischöfe“. Und wenn es in Deutschland einen homosexuellen Bischof gäbe, könnte es seiner Ansicht nach zu einer Spaltung des lutherischen Weltbundes kommen.

Auf die Frage, ob er selbst nicht mehr wie vor drei Jahren als Bischof kandidieren würde, antwortete Gorski, dass ihm vieles erst durch die Reaktionen auf seine Kandidatur deutlich geworden sei und dass er „derzeit“ nicht kandidieren würde.

Dem HERRN sei Dank!

Denn das Pfarrerdienstgesetz ist nichts anderes als ein Aufbäumen gegen Gott. Es wird ohnehin den Untergang der Gliedkirchen der EKD einläuten.

Enttäuschend und zugleich bezeichnend ist, dass kein einziger Landesbischof den Offenen Brief der Altbischöfe unterstützt. Nicht ein einziger Oberhirte hat den Mut, sich für den zu arrangieren, von dem er eigentlich den Dienstauftrag bekommen hat.

Denn der oberste Herr der Kirche sagt eindeutig, dass gleichgeschlechtliches Zusammenleben zu den Gott-widrigen Verhaltensweisen zählt. Wer das Zusammenleben Gleichgeschlechtlicher befürwortet, verabschiedet sich von der guten Ordnung des Schöpfers. (Thomas Schneider)

Hinweis in eigener Sache: Es handelt sich um einen privaten Kommentar des Kommunalpolitikers Thomas Schneider und nicht um einen Kommentar von idea.