12. Dezember 2017

Kopten feiern friedliches Christfest trotz Bombendrohungen

Quelle: idea.de

Bischof Anba Damian, Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, dankte den Vertretern der Kirchen für ihre Solidarität. Foto: PR

Bischof Anba Damian, Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, dankte den Vertretern der Kirchen für ihre Solidarität. Foto: PR

Düsseldorf/Kairo (idea) – Trotz Bombendrohungen islamischer Extremisten haben koptisch-orthodoxe Christen in Deutschland und Ägypten in Frieden ihr Weihnachtsfest am 6. Januar feiern können. Anschläge blieben aus.
 

Die Gottesdienste fanden jedoch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Führende Vertreter anderer Kirchen und der Muslime bekundeten durch ihre Teilnahme ihre Solidarität mit den bedrängten Christen. In der Neujahrsnacht hatte ein Selbstmordanschlag auf eine koptische Kirche im nordägyptischen Alexandria die Welt erschüttert. 21 Menschen wurden getötet, zwei erlagen später an ihren Verletzungen. In Trauer begingen die rund 6.000 koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland und die rund zehn Millionen weltweit das Christfest. Sie verzichteten meist auf das sonst übliche Festmahl. Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Alman Mazyek (Herzogenrath bei Aachen), nahmen mit rund 300 Besuchern am Weihnachtsgottesdienst der koptisch-orthodoxen Gemeinde in Düsseldorf teil. Bischof Anba Damian (Höxter), Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, dankte den Vertretern der Kirchen für ihre Solidarität. Damian feierte mit rund 150 Kopten die Weihnachtsliturgie an seinem Amtssitz im Kloster Brenkhausen bei Höxter.

Kanzlerin betont Recht auf Glaubensfreiheit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte bei einem Dreikönigstreffen in Neubrandenburg den Schutz der Glaubensfreiheit. Christen seien die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Auch Bundespräsident Christian Wulff hob hervor, dass die ungehinderte Religionsausübung ein Menschenrecht sei. Papst Benedikt XVI. erklärte, er bete, dass die orthodoxen Christen im Glauben, in der Hoffnung und in der Nächstenliebe gestärkt würden. In Ägypten begingen die Kopten das Weihnachtsfest unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, etwa mit Metalldetektoren an Kirchenportalen. Die christliche Minderheit stellt rund zehn Prozent der 83 Millionen Einwohner des Landes. Die koptisch-orthodoxe Kirche gehört zu den ältesten der Welt. Der Überlieferung nach wurde sie vor fast 2.000 Jahren von dem Apostel Markus gegründet. Offiziell entstand sie im Jahr 451 nach dem Konzil von Chalkeon. Mit der Islamisierung im siebten Jahrhundert wurden zahlreiche Kopten Muslime; viele wurden zum Übertritt gezwungen.