21. September 2017

Kindersexskandal bringt taz in Erklärungsnot

Quelle: jungefreiheit.de

Die `taz` reagiert auf die Vorwürfe - Foto: RG

Die `taz` reagiert auf die Vorwürfe - Foto: RG

BERLIN. Der Abschlußbericht zum Kindersexskandal an der Odenwaldschule bringt die taz in Bedrängnis. Der Mitbegründer und Autor der linksalternativen Tageszeitung Dietrich Willier war pädophil. Der 2009 im Alter von 64 Jahren verstorbene Willier war vor seiner journalistischen Phase von 1969 bis 1972 als Lehrer an der Odenwaldschule tätig. Er soll sich dort nach Ansicht der Sonderermittlerin Brigitte Tilmann an neun Jungen sexuell vergangen haben.
 

Die taz hat bereits in ihrer Sonnabendausgabe auf einen Vorabbericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAZ) reagiert. „Ehemalige taz-KollegInnen fallen aus allen Wolken, wenn sie von den Vorwürfen gegen Dietrich W. hören“, heißt es in der Zeitung. Ferner zitiert das Blatt einen Mitarbeiter: „Sexuelle Übergriffe auf Jungen sind nicht zu rechtfertigen.“

Pädophilie tummelten sich in der linken Szene

Allerdings deutet die taz auch an, daß weitere Enthüllungen möglich sind. Auf jeden Fall heißt es, die Verbindungen zwischen Kindesmißhandlern, der deutschen Linken und der taz zu der Zeit seien „offensichtlich noch nicht ausreichend geklärt“. In den 70er und 80er Jahren hätten sich im linksalternativen Milieu viele Pädophile getummelt. Sie nennt unter anderem die „Pädo-Aktivisten“ Peter Schult und Olaf Stüben, die auch für die taz gearbeitet haben.

Auch später als Journalist hatte Willier noch mit Kindern zu tun: Er arbeitete beim SWR ­– bei der Kindersendung „Tigerentenclub“. (rg)