20. September 2017

Iran: Mindestens 25 Christen verhaftet

Quelle: idea.de

Wie die Menschenrechtsorganisation Middle East Concern mitteilte, fanden die Festnahmen in Teheran und anderen Städten statt.

Wie die Menschenrechtsorganisation Middle East Concern mitteilte, fanden die Festnahmen in Teheran und anderen Städten statt.

Teheran/Loughborough (idea) – Im Iran sind mindestens 25 Christen muslimischer Herkunft festgenommen worden. Elf wurden nach strengen Verhören wieder freigelassen, nachdem sie schriftlich erklärt hatten, dass sie sich an keinen weiteren christlichen Aktivitäten beteiligen wollen.
 

Wie die Menschenrechtsorganisation Middle East Concern im mittelenglischen Loughborough jetzt mitteilte, fanden die Festnahmen bereits am 26. Dezember in Teheran und anderen Städten statt. Unter den Inhaftierten seien fünf Ehepaare gewesen; zwei davon seien von ihren Kleinkindern getrennt worden. Bewaffnete Sicherheitsbeamte seien in ihre Wohnungen eingedrungen, hätten die Christen verbal und physisch attackiert und in Handschellen abgeführt. Unbestätigten Berichten zufolge seien sogar mehr als 60 Christen festgenommen worden. In einigen Fällen seien die Sicherheitskräfte während der Abwesenheit der Bewohner in Wohnungen eingedrungen und hätten Gegenstände beschlagnahmt. Verwandte seien angewiesen worden, die Zielpersonen aufzufordern, sich den Behörden zu stellen.

Gouverneur: „Feindliche Kulturagitation“

Der Teheraner Gouverneur Morteza Tammadon hatte nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main in einer Rede am 4. Januar die Verhaftung von Leitern missionarisch aktiver Christen bestätigt. Er kündigte weitere Verhaftungen an, ohne Namen zu nennen. Nach Ansicht der IGFM könnte es sich unter anderem um die Pfarrer Yousef Nadarkhani und Behrouz Khanjani handeln. Sie waren 2009 bzw. 2010 in den Städten Rascht und Schiraz festgenommen worden, ohne dass dies offiziell bestätigt wurde. Nadarkhani wurde Anfang Dezember sein Todesurteil wegen „Abfalls vom Islam“ schriftlich vorgelegt. Tammadon brandmarkte die evangelistischen Aktivitäten dieser Christen als „feindliche Kulturagitation“ und „verdorbene“ Bewegung. Der iranische Revolutionsführer, Ajatollah Khamenei, hatte bereits vor drei Monaten in der Stadt Ghom seine Sorge über Christen geäußert, die von Haus zu Haus gingen und Muslime ansprächen. Der IGFM zufolge steht in der Islamischen Republik sowohl auf den Abfall vom Islam als auch auf nicht-islamische Mission für Männer die Todesstrafe. Frauen können mit lebenslanger Haft und täglichen Auspeitschungen bestraft werden. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.