11. Dezember 2017

Euro-Krise: Henkel warnt vor Putsch der Politik

Quelle: jungefreiheit.de

Hans-Olaf Henkel Foto: JF

Hans-Olaf Henkel Foto: JF

BERLIN. Der ehemalige Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, hat anläßlich der Euro-Krise vor einem Putsch der Politik gewarnt. Dieser richte sich gegen die Bürger, die europäischen Völker und gegen die Demokratie, sagte Henkel der JUNGEN FREIHEIT.
 

Die Parlamente hätten seinerzeit eine Währungsunion beschlossen, die nun „ohne Debatte und ohne demokratischen Beschluß als ‘Nebenprodukt’ des Euro“ in eine Transferunion umgewandelt worden sei. Doch anstatt dies zu skandalisieren, herrsche in den Medien darüber weitgehend Schweigen, kritisierte der Ex-BDI-Chef. „Dabei ist es Wahnsinn, was passiert: Wir stürzen uns unter dem Ruf ‘Wir müssen den Euro retten!’ in einen EU-Zentralstaat“.

„Europa der Vaterländer“ wird zum „Vaterland Europa“

Aus diesem Grund sei er auch der Verfassungsbeschwerde gegen den Eurostabilisierungsmechanismus und gegen die Griechenland-Hilfe beigetreten: „Ich habe immer noch die Hoffnung, daß das Bundesverfassungsgericht den Bruch von Demokratie und Verfassung verhindert.“

Sollten die Karlsruher Richter die Euro-Rettungsmaßnahmen jedoch für rechtens erklären, werde aus dem „Europa der Vaterländer“ ein „Vaterland Europa“, warnte Henkel. Dann müsse sich Deutschland im Namen der Solidarität an der Sanierung anderer Länder beteiligen. (krk)

Das gesamte Interview mit Hans-Olaf Henkel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (Nr. 4/11)