13. Dezember 2017

England: Hotel muss Schwule ins Doppelzimmer lassen

Quelle: idea.de

Peter und Hazelmary Bull, die das Chymorvah-Hotel nahe des Badeorts Penzance (Südwestengland) betreiben. Screenshot: Christian Institute

Peter und Hazelmary Bull, die das Chymorvah-Hotel nahe des Badeorts Penzance (Südwestengland) betreiben. Screenshot: Christian Institute

Bristol (idea) – In England müssen Hoteliers Doppelzimmer an Homosexuelle vermieten, auch wenn dies ihrer christlichen Glaubensüberzeugung zuwider läuft.
 

Ein Gericht in Bristol verurteilte am 18. Januar ein christliches Ehepaar zu jeweils 3.600 Pfund (4.270 Euro) Schadensersatz, weil es schwulen Partnern ein Doppelzimmer verweigert hatte. Damit hätten Peter und Hazelmary Bull, die das Chymorvah-Hotel nahe des Badeorts Penzance (Südwestengland) betreiben, gegen das Gleichbehandlungsgesetz verstoßen, befand Richter Andrew Rutherford. Im September 2008 hatte Martyn Hall mit seinem Partner Steven Preddy (beide Bristol) ein Zimmer in dem Hotel beziehen wollen. Die Hoteliers lehnten dies mit der Begründung ab, dass man aus Glaubensgründen grundsätzlich keine Doppelzimmer an unverheiratete Paare vermiete, ob hetero- oder homosexuell. Diese Regelung praktiziere man seit der Eröffnung des Gästehauses im Jahr 1986.

Christliches Institut: Christen an den Rand gedrängt

Der Richter begründete sein Urteil damit, dass nach dem Gleichbehandlungsgesetz standesamtlich registrierte gleichgeschlechtliche Partner nicht anders zu behandeln seien als Ehepaare. Er ließ jedoch Berufung zu, weil das Urteil das Menschenrecht der freien Religionsausübung berühre und die Angeklagten zwinge, gegen ihre tiefen und echten Glaubensüberzeugungen zu handeln. Das Ehepaar prüft noch, ob es den Richterspruch anfechten will. Aus Sicht des Christlichen Instituts (Newcastle upon Tyne), das die Hoteliers rechtlich berät, ist das Urteil ein weiterer Beleg dafür, dass Christen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Homosexuellengruppen begrüßten das Urteil. John Wadham, Direktor der „Gleichheits- und Menschenrechtskommission“ (London), die die Kläger unterstützte, sagte der BBC: „Das Recht, die eigene Religion auszuüben und den Glauben auszuleben, ist eines der fundamentalsten Rechte jedes Menschen – aber das gleiche gilt für das Recht, nicht von einem Hotel abgewiesen zu werden, nur weil man schwul ist.“