24. September 2017

Bischöfin Junkermann am Kamin zu Kommunismus und homosexuellen Pfarrern

Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de

Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de

Am Kamin lässt es sich gut plaudern über Gott und die Welt, weil da so schön die Flammen lodern und das Holz so herrlich knistert. Da möchte man(n) oder Frau nicht allein sein. Auch die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) nicht.
 

Ilse Junkermann hatte am Dienstagabend Pressevertreter zum jährlichen Kamingespräch nach Eisenach eingeladen. Eine schöne Tradition!

Im vergangenen Jahr betonte die Bischöfin, dass sich die EKM in Vorbereitung auf das Jubiläum „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ intensiv mit dem Wirken des Reformators auseinandersetzen müsse und sagte: „Wir wollen dem Volk sprichwörtlich wieder mehr auf´s Maul schauen“.

Doch das kann die Bischöfin nicht so ernst gemeint haben. Wieso? Weil sie gestern die umstrittenen Kommunismus-Äußerungen von Linken-Chefin Gesine Lötzsch verteidigt haben soll. Ihrer Ansicht nach dürfe es in einer Demokratie keine Denkverbote geben. Den Beitrag über „Wege zum Kommunismus“, der in der ostdeutschen Zeitung „Junge Welt“ (ehemals SED-Jugendzeitung) erschienen ist, finde sie positiv. Er gehe in eine Suchbewegung, wie ein Weg zu mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu finden sei.

Und weil die positive Einstellung zur Kommunismusdabette nicht reicht, zaubert Ilse Junkermann noch einen Trumpf aus dem Ärmel: eine neue Richtlinie des Landeskirchenrates zu gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften im Pfarrdienst. Der Richtlinie zufolge sollen Pfarrer offen mit ihrer Homosexualität umgehen und nicht erpressbar werden. Eine gleichgeschlechtliche Orientierung sei kein Unvereinbarkeitskriterium für die Ausübung des Pfarrdienstes.

Doch man höre und staune, was da in dem Papier noch drin stehen soll: Wolle ein Gemeindekirchenrat keinen homosexuellen Pfarrer, rate man dem Geistlichen zum Stellenwechsel. Und: Eingetragene Lebenspartner, die mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin im Pfarrhaus leben, sollen der Richtlinie zufolge evangelisch sein. In jedem Fall müssten sie Mitglied einer Kirche sein. – Noch vor dreißig Jahren hätte man gemeint, dies sei ein satirischer Meinungsbeitrag einer großen Zeitung.

Der Bischofskonvent arbeite, so die EKM-Hirtin, an einer Handreichung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Doch sei sie persönlich gegen eine Segnung im Gottesdienst. Die eingetragene Lebenspartnerschaft solle der Ehe nicht gleichgestellt werden. –
Das soll dann noch einer verstehen! Wäre da nicht endlich zusammen, was zusammengehört: Homosexuelle Pfarrer bitten für homosexuelle Lebenspartner um den Segen Gottes?! – Natürlich, die Bitte um Vergebung der Sünden wäre biblisch. Aber daran wird sich niemand in der Kirche die Finger verbrennen wollen. Das wäre dann heißer als ein Kaminfeuer. (Thomas Schneider)

Hinweis in eigener Sache: Es handelt sich um einen privaten Kommentar des Kommunalpolitikers Thomas Schneider und nicht um einen Kommentar von idea.

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