19. September 2017

Wo es lebensgefährlich ist, Christ zu werden

Quelle: idea.de

Hilfswerk veröffentlicht Index der stärksten Verfolgung von Konvertiten.

Hilfswerk veröffentlicht Index der stärksten Verfolgung von Konvertiten.

Pewsey (idea) – Der Religionswechsel ist für Muslime, die zum Christentum übertreten, oft lebensgefährlich. Das islamische Religionsgesetz, die Scharia, bedroht den „Abfall“ vom Islam mit dem Tode.
 

Obwohl diese Strafe für den Religionswechsel in den wenigsten islamischen Ländern gesetzlich verankert ist und selten vollstreckt wird, müssen Konvertiten dennoch mit Verfolgung rechnen. Oft werden sie von der eigenen Familie verstoßen. Das Hilfswerk Barnabas Fund (Pewsey/Südwestengland) hat einen Index der gefährlichsten Länder für Christen muslimischer Herkunft erstellt. An der Spitze steht Somalia, gefolgt von Afghanistan, Saudi-Arabien, Iran und Jemen. Das Hilfswerk hat in die Berechnung des Index sowohl die rechtliche Situation wie auch die Zahl der Übergriffe auf Konvertiten einfließen lassen.

„Abtrünnigen“ droht die Todesstrafe

In Somalia leben Christen muslimischer Herkunft laut Barnabas Fund in größerer Gefahr als in anderen islamisch geprägten Ländern. Seit Jahren würden immer wieder Konvertiten von extremistischen Muslimen umgebracht. In Afghanistan seien die meisten Muslime der Ansicht, dass „Abtrünnigen“ die Todesstrafe gebühre. Im Juni seien Konvertiten im Fernsehen gezeigt worden; daraufhin habe ein führender Politiker ihre Hinrichtung gefordert. Das saudische Rechtssystem basiere auf der Scharia; die kleine Zahl einheimischer Christen müsse ihren Glauben im Geheimen ausüben. Im Iran würden Konvertiten noch schärfer verfolgt als Christen aus Traditionskirchen. Im Jemen stehe auf dem Abfall vom Islam die Todesstrafe. Zwar gebe es keine aktuellen Berichte über Hinrichtungen, doch drohe Konvertiten Haft, Folter und Ermordung durch Sicherheitsorgane.