21. September 2017

Pietistische Gemeinschaften gehören „in die Mitte der Kirche“

Quelle: idea.de

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider. Foto: EKiR/André Zelck

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider. Foto: EKiR/André Zelck

Hannover (idea) – Die Gemeinden und Gemeinschaften des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes gehören „in die Mitte unserer Kirche“. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), bei einer Begegnung des Rats mit dem Vorstand der pietistischen Dachorganisation in Hannover.
 

Laut einer Mitteilung der EKD-Pressestelle vom 10. Dezember fand das Treffen in einer „intensiven, vertrauensvollen Atmosphäre“ statt. Themen seien unter anderem die missionarische Verantwortung, die für beide Seiten einen hohen Stellenwert habe, und die „unterschiedlichen Einschätzungen zum Pfarrdienstgesetz“ gewesen. Zum Hintergrund: Die EKD-Synode hatte auf ihrer Tagung Anfang November ein einheitliches Dienstrecht beschlossen, das es den 22 Landeskirchen überlässt, ob homosexuelle Pfarrer mit ihrem Partner in kirchlichen Dienstwohnungen zusammenleben dürfen. Der Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Michael Diener (Kassel), hatte nach dem Beschluss erklärt: „Praktizierte Sexualität gehört nach unserem Verständnis des biblischen Menschenbildes in den geschützten Raum der Ehe von Mann und Frau. Daher lehnen wir Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ebenso ab wie die Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuelle Paare.“

„Große Offenheit“

Weitere Themen der Begegnung der Leitungsgremien von EKD und „Gnadau“ waren die Frage der Profilgemeinden und die Vertretung pietistisch geprägter Überzeugung in den verschiedenen Kammern und Kommissionen der EKD. Der Austausch sei „in großer Ehrlichkeit und Offenheit“ geführt worden, so die Mitteilung. Es sei verabredet worden, die besprochenen Themen auf der Arbeitsebene weiter zu intensivieren. Teilnehmer des Gesprächs auf EKD-Seite waren neben dem Ratsvorsitzenden und dessen Stellvertreter, Landesbischof Jochen Bohl (Dresden), vier weitere Ratsmitglieder: Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe), die Erzieherin Tabea Dölker (Holzgerlingen bei Stuttgart), der Fernsehredakteur Uwe Michelsen (Hamburg) und der Juristische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Klaus Winterhoff (Bielefeld). Vom Vorstand des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes nahmen neben Präses Diener teil: Generalsekretär Theo Schneider, Schatzmeister Jürgen Schleicher (beide Kassel), die Gemeinschaftsinspektoren Rainer Geiss (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) und Matthias Dreßler (Chemnitz), der Direktor des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes, Joachim Drechsel (Marburg), der Bundespfarrer des Jugendverbandes „Entscheiden für Christus“, Rudolf Westerheide (Kassel), und der Direktor der Evangelistenschule Johanneum, Burkhard Weber (Wuppertal). Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband repräsentiert rund 200.000 Christen. Er umfasst 90 Organisationen: regionale Gemeinschaftsverbände, Diakonissen-Mutterhäuser, theologische Ausbildungsstätten, Missionsgesellschaften, Jugendverbände und sonstige Werke.