11. Dezember 2017

Papst verurteilt Anschläge auf Christen zu Weihnachten

Quelle: idea.de

Papst Benedikt XVI: Den Weg des Hasses verlassen. Foto: Fabio Pozzebom

Papst Benedikt XVI: Den Weg des Hasses verlassen. Foto: Fabio Pozzebom

Rom/Berlin (idea) – Vertreter aus Kirche und Politik haben die Anschläge auf Christen an Weihnachten scharf verurteilt. In Zentralnigeria und im Süden der Philippinen wurden dabei insgesamt mindestens 38 Christen getötet und Dutzende verletzt.
 

Papst Benedikt XVI. rief dazu auf, den „Weg des Hasses zu verlassen“ und Konflikte friedlich zu lösen. Schon in seiner Weihnachtsansprache hatte das Kirchenoberhaupt die Christenverfolgung in vielen Ländern angeprangert. Er sprach den verfolgten Glaubensgeschwistern in aller Welt Mut zu. Die frohe Botschaft solle nicht nur den Christen im Irak Kraft schenken, sie solle auch „die Gläubigen der Kirche in Kontinental-China stärken“. Geduldig und mutig sollten sie „wegen der Einschränkungen ihrer Religions- und Gewissensfreiheit nicht verzagen, sondern in der Treue zu Christus und seiner Kirche ausharren und die Flamme der Hoffnung am Leben erhalten“.

Gauck beklagt mangelndes Interesse an Christenverfolgung

In Deutschland riefen Politiker und Kirchenvertreter zu mehr Solidarität mit verfolgten Christen auf. Die Christen seien die Religionsgruppe, die derzeit weltweit mit am stärksten bedrängt oder verfolgt werde, sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) der „Welt am Sonntag“. Kauder sagte, die neue irakische Regierung müsse noch mehr tun, um die Christen im Land zu schützen. Doch auch die Bundesregierung müsse tätig werden: „Ich bin dafür, mit den Christen im Irak eine Entwicklungszusammenarbeit aufzubauen“, erklärte der Politiker. Dies solle auch finanzielle Hilfen einschließen, etwa für den Bau von Schulen. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Pfarrer Joachim Gauck beklagte Presseberichten zufolge ein mangelndes Interesse am Problem der Christenverfolgung. Auch die Wertkonservativen seien in dieser Frage zu zurückhaltend. Verfolgte Christen in der Welt hätten ein Recht auf Solidarität. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, verwies auf Untersuchungen, die zeigten, dass 100 Millionen Christen von Diskriminierung, Schikanen oder Gewalt betroffen seien. „Große Teile des Mittleren Ostens, aber auch Pakistan, Indien und China sind die Schauplätze. Am schlimmsten ist die Lage im Irak. Die Hälfte der christlichen Bevölkerung ist durch Gewalttaten ins Ausland getrieben worden“, schrieb er in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“.