23. September 2017

Kirchen sollen mit Neuapostolischer Kirche sprechen

Quelle: idea.de

Die Neuapostolische Kirche ist die größte religiöse Sondergemeinschaft in Deutschland.

Die Neuapostolische Kirche ist die größte religiöse Sondergemeinschaft in Deutschland.

Berlin (idea) – Intensive Gespräche mit der Neuapostolischen Kirche (NAK) befürworten evangelische Ökumene- und Weltanschauungsbeauftragte. Mit rund 360.000 Mitgliedern ist sie die größte religiöse Sondergemeinschaft in Deutschland.
 

In der Schweiz hat sie 57.000 und weltweit über elf Millionen Mitglieder. Sie versteht sich als das „göttliche Gnaden- und Erlösungswerk Christi“ auf Erden. Die von Jesus Christus begonnene Erlösung soll von den Aposteln vollendet werden, die die Gemeinschaft leiten. An der Spitze steht seit 2005 der Deutsche Wilhelm Leber (Zürich) als „Stammapostel“. Er hat eine ähnliche Stellung wie Petrus im Kreis der Jünger Jesu vor 2.000 Jahren. Die Neuapostolische Kirche wird von den Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) nicht als Kirche anerkannt. Bei einer Fachkonsultation vom Anfang Dezember in Berlin sprachen sich die Ökumene- und Weltanschauungsbeauftragten für merh Begegnungen zum Kennenlernen und dem Abbau von Vorurteilen aus. Der Weg zu einer ökumenischen Gemeinschaft sei jedoch aufgrund der NAK-Sonderlehren „nicht vorgezeichnet“. Als ein besonderes Hindernis wird das exklusive Verständnis der NAK als einzige heilsvermittelnde Gemeinschaft betrachtet. Erschwerend für eine theologische Verständigung sei auch, dass die NAK den seit langem angekündigten erneuerten Katechismus – ihr grundlegendes Bekenntniswerk – noch nicht vorgelegt habe. Außerdem plädierten die Fachleute für mehr Transparenz und Freiheit innerhalb der NAK. Manche Gemeindemitglieder erlebten die Gruppenstruktur ihrer Kirche und die apostolische Autorität als einengend und vereinnahmend. Zu den NAK-Sonderlehren gehört die Vorstellung, dass sich der seelische Zustand von Verstorbenen in der jenseitigen Welt zum Besseren hin entwickeln könne, wenn man sie nachträglich taufe, „mit dem Heiligen Geist versiegele“ und am Abendmahl teilnehmen lasse. Bei „Gottesdiensten für Entschlafene“ nehmen neuapostolische Amtsträger stellvertretend für die Toten Taufe, Versiegelung und Abendmahl entgegen.

ACK-Vorsitzender: Ein innerchristlicher Dialog

Nach Ansicht des ACK-Vorsitzenden, des braunschweigischen Landesbischofs Friedrich Weber (Wolfenbüttel), handelt es sich bei Gesprächen mit der NAK um einen innerchristlichen Dialog. Er solle klären, ob und inwiefern einzelne Sonderlehren kirchentrennenden Charakter hätten. In der (ACK) sind evangelische Landes- und Freikirchen, die römisch-katholische und die altkatholische Kirche sowie orthodoxe Kirchen zusammengeschlossen. Die Tagung wurde von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin und dem Konfessionskundlichen Institut in Bensheim bei Darmstadt durchgeführt.